Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840287
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Denn wie fast alle Plianzen, enthält auch der Wau eine 
grössere oder geringere Menge Gerbstotf, welcher hinreicht, 
bei der Anwesenheit auch nur kleiner Mengen eines Eisen- 
Salzes blaue und grüne Verbindungen zu schaffen, die der 
Farbe einen unschönen schmutzigen Ton geben würden. 
 So wie eben angedeutet, verfährt man im Allgemeinen 
bei Herstellung aller sogenannten Lackfarben.  Durch 
die Soda wird aus dem Alaun (schwefelsaure Kali-Thom- 
erde) Thonerdehydrat niedergeschlagen, und da die Thon- 
erde eine grosse Affinität zu den Farbstoffen überhaupt 
besitzt, so können fast alle Farben des Piianzen- und Thicr- 
reiches durch Thonerde gebunden aus ihren Lösungen 
niedergeschlagen werden 
Das Schüttgelb sollte aber eigentlich wie gelber Lack 
(hell und dunkel) und Jaune de Gaude, (welches schwer 
trocknet), verwandt werden. Letzt genannte Farben werden 
aus den Beeren des hier heimischen Wegdorn, Kreuzdorn 
(Rhamnus catharticus), wie auch noch aus den unreifen 
Beeren mehrerer anderer, südlicher wachsenden Kreuzdorn- 
Arten bereitet, welche namentlich aus Südfrankreich unter 
dem Namen Gelbbeeren oder Avignonkörner in den Handel 
gebracht werden. Auch Schüttgelb wird wohl aus Kreuz- 
dornbeeren und noch weniger haltbaren vegetabilischen 
Stoffen bereitet, so aus jungem Birkenlaubeß) und dem 
Färber-Ginster (Genista tinctoria L.)  
"l" Indischgelb (trocknet sehr schwer). Das soge-f Indisi-hge 
nannte lndischgelb (jaune indien) besteht aus einer Ver- 
bindung von Magnesia mit einer organischen Saure, welche 
als Euxanthinsaure2) oder Porrisäure bekannt ist. Das ist 
alles, was man darüber mit Bestimmtheit sagen kann. Selbst 
das im vergangenen Jahre neu erschienene Handbuch der 
Drogisten-Praxis von Buchheister (Berlin, Springer), weiss 
über die Herstellung der Farbe nicht mehr zu sagen, als 
Was auch die sonstigen, früher erschienenen Blachschriften 
darüber bieten.  Was über die im lebendigen Thierc 
erfolgende Extraction der Früchte der Mangostana mangi- 
fßfas) (durch Büffel oder Kameele) und der Gewinnung 
1) Dr.J0h.Leunis  129,  274 (anstatt mitAlaun mitKreide),  1032. 
2) Organ. Chenlie von Dr. v. Richter. 
3) Ist eine Art der Pflanzengattung Garcinia (Familie Garcinieae, 
(äuttibäume).  Zu diesen zählen etwa. hundert tropische Bäume und 
Sträucher mit ledrigon Blättern, schönblühexid, wohlrieelieud und gummi- 
hßrzige Säfte enthaltend. Zu diesen zählt auch Garciilia amboiilensis
        

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