Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840267
nicht zu künstlerischen Zwecken einzig und allein jener in 
der Natur vorkommenden und früher auch allein ver- 
wandten Ockersorten bedienen? Auch soll hier nicht un- 
bemerkt bleiben, dass beliebig gefundene Ückergattungen, 
die nur den Ton, die Färbung renomniirter Producte 
zeigen, unter deren Namen verkauft werden! Auch daher 
erklärt sich weiterhin das hiluiig zu beobachtende merklich 
verschiedene Verhalten mancher Farben, denn die Gründe 
der entstandenen Färbung können sehr verschiedene sein. 
 Bei der Wichtigkeit der Ockerfarben für den Maler 
und bei der Billigkeit des natürlich in den prächtigsten 
Tönen auftretenden Materiales sollte man sich doch gegen 
diese unzeitgemässe Verbilligung und den durchaus un- 
nöthigen künstlich geschaffenen Ersatz zu sichern suchen, 
und nicht vergessen, dass mit der Erfindung der Ersatz- 
mittel die heute aller Orten konstatirte geringere Haltbar- 
keit der Oelbilder zusammenfallt; ein Umstand, der zu 
denken gibt. 
Die natürliche TTerra di Siena (trocknet läIIgSZLITI).TUngcbrÜPer 
Sie ist eine treffliche Lasurfarbe, doch aus zwei Gründen 1'" (li Sielm- 
dem Nachdunkeln ausgesetzt. Nach den durch von 
Pettenkofer publicirten Angaben Wurms sind zur Vcr- 
reibung von 100 Gewichtstheilen Terra de Siena naturale 
240 Gewichtstheile Oel erforderlich, (das Resultat seiner 
Untersuchung ergab 183 Gewichtstheile), daraus erhellt 
schon zunächst das Nachdunkeln wie auch das geringere 
Trockenvermögen; dann scheint die Annahme richtig, dass 
bei dem der Lagerung vorangegangenen natürlichen Schlemm- 
processe das im Wasser digerirte Eisenoxydhydrat nicht 
allein durch zertrümmertes Brauneisengestein, sondern auch 
durch bituminüses Holz, Kohlenstoffverbindungen oder 
einen gewissen Kohlenmulm gegangen ist. Gebrannt 
zeigt die Farbe diese Nachtheile nämlich nicht mehr, 
welcher Umstand auch die Einwirkung bituminöser Stoffe 
_Z11 bestätigen scheint.  Die Terra de Sienal) findet sich 
111 Form von Lagern und zeigt in Folge verschiedener 
läeimischungen oft verschiedene Färbung; sie geht vom 
B f) Nach Dr. Berseh wird die Sieneser Erde in mineralogischer 
lezlehllllg als eine besondere Mineralspecies betrachtet, welche nach 
Q9114 _Analysen_ nicht als Eisenoxydhydrat, sondern als Eisensilieat in 
m? nndurfg mxt Wasser anzusehen ist. Seine pereentische Zueammen- 
iogdmg: 1st etwa. dxe folgende: GGOIO Elsenoxyd, l1"{0 Kleselerde, 
I0 lhonerde, l3olo Wasser.
        

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