Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840252
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schönsten und dauerhaftesten Ockerfarben sind reich an 
Eisenoxydhydrat und bekunden dies (lurch eine feurige, 
leuchtende Färbung; sie befinden sich dann in einem Zu- 
stande grosser Reinheit. Sie sind nach einem einfachen 
Mahl- oder Sehlammprocess schon als Malerfarbc ver- 
wendbar. 
Mittel- Mittel-Ocker (trocknet schneller als der lichte Ocker). 
Ocker  Ocre de rue (ebenso). 
(fällte fluwe_ Steinocker (trocknet lan sam) 
bteuiecker  g  
T  Goldocker (trocknet schneller). 
Für alle diese dunkeler gefarbten Oekersorten all- 
gemein gültige Angaben zu machen ist nicht möglich, und 
zwar deshalb nicht, Weil chemisch ganz verschieden zu- 
sammengesetzte Stoffe unter demselben Namen in den 
Handel gebracht werden. Die meisten dieser Farben dürften 
künstlich hergestellt sein. Nach Bersch wird zur Dar- 
stellung Eisenvitriol genommen, das Eisenoxydul ausgefallt 
und der Luft dargeboten, dann geht das Eisenoxydul 
durch Aufnahme von Sauerstoff rasch in Eisenoxyd über 
und verwandelt sich die unbestimmt graugrün gefärbte 
Masse in Folge dieser Umwandlung alsbald in braun. 
Durch Beimengung weisser indifferenter Stoffe schafft man 
beliebig hellere Nüancen, die nach Erforderniss zu stimmen 
der Fabrikant ganz in der Hand hat; doch daraus ergibt 
sich auch schon die Verschiedenheit des Verhaltens dieser 
Farben. Auf diese Manipulationen muss auch das Nach- 
dunkeln der eben genannten Farben zunächst zurückgeführt 
werden. 
Allerdings ist der Fall nicht ausgeschlossen, dass auch 
natürliche, dunklere Oekersorten dies Naehdunkeln mehr 
oder Weniger zeigen, es geschieht dann, wenn jener der 
Lagerung voratifgegangene natürliche Schlemmproeess etwa 
durch bituminöse Schichten erfolgte.  Wie es heisst, soll 
die künstliche Darstellung jener Erdfarben, bei denen das 
Eisen das farbende Prineip ist, sehr rentabel sein, ob die 
erzielten Producte aber den natürlich entstandenen an 
Schönheit und Haltbarkeit gleichkommen, lasse ich dahin- 
gestellt sein. Ich möchte aber wohl als Analogon auf die 
künstliche Bereitung des Lapis lazuli verweisen, wobei ein 
Produet erzielt wird, Welches wohl die chemische Zusammen- 
setzung des genannten Minerals zeigt, aber in seinem Ver- 
halten und in seiner äusseren Erscheinung dennoch weit 
hinter demselben zurücksteht.  Sollte man sich deshalb
        

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