Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840225
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kommt, so wird es auf Filter gebracht, hierauf gepresst und in 
cubische oder längliche Stücke geschnitten, oder aber in kreis- 
runden Stücken ausgehoben, wenn es amerikanisches heissen 
soll, und dann getrocknet. Sollen geringere Sorten, nextrafein, 
Superfein, fein-fein, fein, ordinär, Neugelb hell, Parisergelb hell" 
hergestellt werden, so gibt ma.n nach Belieben des Fabrikanten 
Zusätze, und zwar in Form von Gyps und Schwerspath, beide 
in höchst fein gemahlenem Zustande. Will man aber Farben 
mit der gleichen Benennung fabriciren, die als Tapetenfarben 
gebraucht werden, so wird statt Gyps und Schwerspath ein 
Zusatz von Blanc fixe (Permanentweiss, auch Barytweiss genannt, 
chemisch: Bariumstilfat oder schwefelsaurer Baryt) gemacht.  
Das Verhältniss zwischen Zusatz und eigentlicher 
Farbe bestimmt jeder Fabrikant nach eigenem Gut- 
dünken, so dass die Quantität der Zusätze in weiten 
Grenzen variirt.  kann in dieser Beziehung bemerkt 
werden, dass Neugelb und Parisergelb von sehr schönem 
Ansehen oft nur 10 bis 15 Procent der eigentlichen reinen 
Farbe enthalten."  Charakteristisch ist aber für die 
heute leider herrschenden Verhältnisse folgender 
Passus besagten Abschnittes auf Seite 191; dort heisst es: 
"Die Zusätze, die man diesen Niederschlägen geben will und 
die aus Gyps oder Schwerspath im sehr fein gemahlenen Zu- 
stande bestehen, zerrührt man erst für sich in einem hölzernen 
Gefässe zu einer dünnen hlilch auf. Man legt zwei Bretter 
über die Präcipitirstande (Gefäss zum Fällen, Niederschlagen), 
darauf stellt man ein feines Haar- oder Messingsieb, und schöpft 
nun die Milch auf das Sieb und in die Stande, in welcher in- 
zwischen fleissig timgerührt wird, (lamit eine gleichförmige Ver- 
theilung erfolgt. Das Sieb wird angewendet, damit keine Klumpen 
der weissen Zusätze in den Niederschlag gelangen können, 
welche nachher sichtbar sein würden.  Vor 616m MiSChen 
muss ferner der Niederschlag dick genug geworden sein, damit 
die Zusätze sich nicht wegen ihres verschiedenen specifischen 
Gewichtes trennen, und man rührt sie auch noch gehörig um, 
ehe man sie auf die Filter bringt." (Mithin sollen vom Ab- 
nehmer die Zusätze doch nicht erkannt werden!) Kurz, 68 
Wird an besagter Stelle des Weiteren noch mitgetheilt, dass 
Färben zum Verkaufe gelangen, die nur 10 Procent chromsaures 
Bleioxyd enthalten, (lementsprechend aber auch billiger verkauft 
Werden! Bei dieser Bemerkung blicke ich aber unwillkürlich 
auf die lange Reihe der mit Gyps und Schwerspath versetzten 
Sorten, die doch unter recht euphemistisch klingenden Namen
        

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