Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840207
und ist nicht mit schwefelhaltigen Farben, wie Zinnober, 
zu nnischen. Die Farbe verträgt keinerlei Berührung mit 
    
Farben; man bedient" sich also beim Reiben und Mischen 
einer Horn- oder Elfenbeinspachtel.  Das Neapelgelb, 
eine schöne, brauchbare, den verschiedensten Agenticn 
rossen 'Widerstand leistende Farbe kann durch eine ein- 
 ,   
fache Behandlung, die nur etwas Aufmerksamkeit erheiseht, 
weiterhin gegen schädigende Einflüsse gesichert werden; 
dies erreicht man durch wiederholtes Auswaschen in 
heissem Wasser.  Man gibt es langsam in einen neuen 
glasirten Topf mit heissem Wasser, das man auf einem, fiir 
Stubenerheiznng erwärmten Ofen in beständiger Ausdiinstung 
erhält, ohne dass das Wasser in's Kochen geräith. Man 
rührt die Farbe mit einem Glasstabe mehrmals des Tages 
um, nimmt aber vor jedem erneutem Umrühren sorgfältig 
Alles an die Oberfläche Getretene weg, so dass das Wasser 
frei von Schaum und sonst ausgetretenen Unreinigkeiten 
ist. Es empfiehlt sich, diese Auswasehung, die man mehr- 
mals wiederholen muss, in einem Raume mit guter Venti-Y 
lation oder mit Dampfabzug vorzunehmen, da die auf- 
steigenden Dünste der Gesundheit naehtheilig sind.  Im 
Handel wird das Neapelgelb durch das weniger umständlich 
herzustellende Chromgelb. welches gar nicht auf die Palette 
des Künstlers kommen sollte, gefälscht; es wird entweder 
dem Neapelgelb zugemischt, oder auch rein, passend niianeirt, 
verkauft.  Die verschiedenen Abstufungen in Neapelgelb 
Werden durch geringere oder vermehrte Einwirkung der 
Hitze 1) bei der Darstellung hervorgebracht. Die Regel 
1st die, dass bei geringeren Temperaturenz) heller gefärbte, 
1) Da wir in unseren Oefen höhere Tlemperaturen nicht genau 
herzustellen vermögen, so bleibt die Darstellung des Neapelgclbs einst- 
Wcilen noch eine Sache der Uebung; alle Farben, die aber erzielt 
werden, 0b helleren oder tieferen Tones, sind gleich brauchbar und hat 
die erhöhte oder geringere Temperatur keinen Einfluss auf die Güte. 
2) Soweit meine Praxis reicht, glaube ich diese von Berseh ge- 
machte Mittheililng vertreten zu sollen, obschon der Chemiker Gentcle 
das gerade Gcgentheil behauptet; dieser sagt nämlich in seinem Lehr- 
buch der Bhrbeiifabrikation Seite 207: „Bei geringerer Hitze fällt die 
Farbe mehr orangegelb, bei grösserer mehr citronengelb aus.  Die für 
den Fachmann an und fiir sich geringwerthige Mittheilung erhält da- 
durch XVerth, indem sie zeigt, wie wenig Sicherheit noch auf diesem 
gfossen, so wichtigen und hochinteressanten Gebiete herrscht.  Wer 
dlß Fachsehriften zum Zwecke der Belehrung über die Darstellung des 
Neüllelgßlb einsieht, mag sich über die Verschiedenheit der gegebenen 
E
        

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