Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840196
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brauches, indem es sich mit jeder Farbe vermischen lässt! 
seine ungerneine Leichtigkeit und feine Zertheilbarkeit 
empfehlen es namentlich zum Aufhellen von Lacken,  
Wann das Zinkoxyd als Farbe zuerst in Gebrauch ge- 
kommen, ist nicht nachweisbar. In Europa wird das 
Zink, welches sich als gediegenes Zink in der Natur nicht 
Endet, seit 1750 durch Zinkhüttenbetrieb aus dem Gahnei, 
einem Zinkerz, welches in krystallinischer Form als Zink- 
spath vorkommt, gewonnen. Bemerkenswerth ist, dass den 
alten Griechen schon die Zinkgewinnung bekannt war, die 
aus Zink und Kupfer das bekannte Messing darzustellen 
wussten; auch ist bekannt, dass uns das metallische Zink 
zuerst aus dem Oriente zugekommen ist.  Da andere, 
noch goldähnlichere Metallkompositionen als Messing, wie 
Tombak und daraus weiterhin das unächte Blattgold und 
die durch den Grad der Erhitzung verschieden nüancirten 
Goldbroncen dargestellt wurden, so ist es gar nicht aus- 
geschlossen, dass den Alehimisten beim Suchen nach einer 
künstlichen Darstellung des Goldes das Zinkoxyd, das so- 
genannte Zinkweiss bekannt geworden, und so für die Malerei 
gewonnen worden ist. In den Schriften des Paracelsus 
(gest. 1541) findet das Zink Erwähnung. Das Zinkoxyd, 
auch als Zinkblumen und Zinkweiss bezeichnet, findet sich 
in älteren Schriften als: Lana philosophica  seiner 
welligen Beschaffenheit wegen  und Nihilum album 
(gewiss signifieantc Bennungen); und steht der Annahme, 
dass es als Farbe schon frühe Verwendung gefunden, 
nichts entgegen. 
Gelb. 
Neapelgelb. 1- N eap elgel b 1) (in verschiedenen Färbungen) trocknet 
schnell). Neapelgelb, Jaune de Naples, von den Italienern 
Giallolino gennant, besteht aus antinionsaurem Bleioxyd. 
Die Darstellung dieser Farbe war lange Gelieimniss, und 
wurde dieselbe früher aussehliesslich in Italien hergestellt. 
 Diese Farbe ist vortrefflich, verlangt aber viele Auf- 
merksamkeit bei ihrer Verwendung. Sie unterliegt, wie 
alle Bleipräparate, dem Einiluss des Sehyvefelwasserstoffs, 
1) Ist jedenfalls eine wiederentdeckte, uralte Farbe, denn bei Kaulen 
(Assyrien und Babylonien) S. 248 lleisst 05' "Den Assyriern waren, 
wie die Axialyse der Farbenreste gezeigt hat, schon Metzmllpliipauvxte 
bekannt, welche man bisher als viel jüngere Erfindungen ansah, so 
namentlich ein Antimonat von Blei, das jetzt Neapelgelb heisst.
        

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