Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840182
Krcrnserweiss oder Bleiweiss darf man nicht mit 
sehwefelhaltigen Farben mischen, wie z. B. Zinnober (rothes 
Sehwefelqueeksilber); falls man diesen aufzuhellen Wünscht, 
darf man ihn nur mit einer Farbe mischen, die, wie Zink- 
wciss, gegen Sehwefelverliindungen unempfindlich ist; eine 
bleihaltige Farbe würde den Ton schwarzen.  Ferner ist 
hier künstliches Ultramarin zu nennen, welches einen 
bedeutenden Procentsatz an Schwefel enthält. (Das Weitere 
sehe man bei Besprechung dieser Farbe auf Seite 149 u. f.) 
Weiterhin ist Cadmiunl (Schwefelcadmium) nicht mit Blei- 
oder Kremserweissl) zu mischen. Nach dem vorhin Ge- 
Sälgten genügt es wohl, die Warnung zu begründen, beim 
Cadmium auf dessen wissenschaftliche Bezeichnung zu ver- 
weisen.  Auf letztere Farbe glaube ich noch besonders 
verweisen zu sollen, weil ich weiss, dass gerade beim Ge- 
brauche des Cadmium Viele durchaus nicht ängstlich sind; 
doch warum soll man die Vorsicht nicht anwenden, wenn 
man sie anwenden kann! 
1' Zinkwciss; (trocknet langsam). Das als Malerfarbe t 
unter dem Namen Zinkwciss bekannte Produet ist seiner 
chemischen Zusammensetzung nach reines Zinkoxyd; es 
besitzt die werthvolle Eigenschaft bei Schwefelwasserstoff 
haltcnder Luft unbeeinflusst zu bleiben und seine Weisse 
zu bewahren.  In der Behandlung ist es nieht so 
angenehm wie Kremserweiss, es hat etwas Schlüpferiges, 
Sehleimiges. Bei Malereien, die langer nass bleiben sollen, 
1st es unentbehrlich.  Zinkwciss ist weniger das Product 
der Farbenfabriken, es darf vielmehr als ein Product des 
hüttenmannischen Betriebes hingestellt werden.  Die 
Gewinnung ist eine verschiedene; es entsteht durch Ver- 
brennen des Metalls an der Luft. Das so durch Ver- 
brennen von Zink dargestellte Zinkwciss ist ein ungemein 
zartes, lockeres weisses Pulver, welches ohne jede weitere 
Zubereitung als llIalerfarbe verwandt werden kann. (Das 
Äinkoxyd findet auch in der Mediein Verwendung und 
wird in der Pharmacie Flores Zinei genannt.) Es ist durch 
Seine grosse Feinheit als Farbe ungemein ergiebig; und 
wenn es an Deckfahigkeit, weniger angenehmer Behand- 
lung, und geringerer Leuchtkraft dem Kremserweiss nach- 
Steht, so bietet es die Vortheile uneingeschranktesten Ge- 
Zinkwuiss. 
L 
 Venetianisuh Weiss und 
Blzmc (Yargent sind ebenfalls Bleipräparßtß-
        

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