Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840129
 
Jeder, der seine Zimmerthüren, Dielen oder neue Tli 
Möbel seines Haushaltes beobachtet, wird sieh klar ge- 
Worden sein, dass Veränderungen, wie sie sich dort mit- 
unter bieten, auf der Bildfläche nicht zur Erscheinung ge- 
langen dürfen!  Wichtig ist die Wahl des Holzes,  das 
Plerkoninien, die Zeit der Fällung und die Art der Lage- 
rung; dann sind der Schnitt oder Ausschnitt des Holzes, 
die Fügung und Stärke der einzelnen Bretter und jene 
Sonstigen die Dauer der Tafel sichernden Massnahmen 
relringend der Beachtung zu empfehlen. An und für sich 
ist die Holzfaser wenig oder gar nicht der Zerstörung 
unterworfen, der Grund der Veränderung rührt von den 
Substanzen her, welche sich mit der Holzfaser stets ver- 
bunden finden, und sind es namentlich die im Satte des 
Holzes enthaltenen eiweissartigen Stoffeß) Welche das 
Sogenannte Verstecken und damit den Verfall, das Ver- 
modern, die Bdäulniss des Holzes herbeiführen. Was das 
Ilerkoinmen des Holzes anbetrifft, so ist jenes schon un- 
geeignet, welches auf sumpfigem Boden oder auch nur in 
feuchten Niederungen gewachsen ist. Die Zeit der Fällung 
TTolzbild- 
tafol. 
1) Wie man früher vorsorglich zu Werke ging, ist leichtlich zu 
erfahren. So lesen wir bei WVolif über die Bildschnitzer und Bildhauer 
Calcafs, dass aus den Rechnungen der Liebfrauenbruderschaft. zu er- 
sehen, wie der Vorstand derselben schon das beste Eichenholz zur Her- 
stellung des Hochaltars angeschafft, bevor der Meister iiir die Aus- 
fuhrung der Arbeit gewonnen war.   23.) 
 Diejenigen, welche solch" vorsichtiges Beginnen für übertrieben 
halten, und darin nur ein Festhalten an alten, ererbten Gewohnheiten, 
für die man vergebens nach Gründen sucht, erkennen wollen, dürften 
sich von der Nützlichkeit und von der Nothwendigkeit solcher Mass- 
Hfmhmen durch heute selbst im Grossbetriebe noch beobachtete Verfahren 
eines Bessern belehren lassen.  In einem längeren Artikel der 
Kölnischen Volkszeitung vom 17. September 1894 (Nr. .556) wird unter 
flßl" Ueberschrift: "Eine Jahrhundertfeier deutschen "Kunstgewerbes" 
"ber den Betrieb und die Fabrikanlagen für Orgel- und Klavierbau von 
Rudolph lbaeh Sohn in Bannen berichtet, und heisst es dort wörtlich: 
nllier imponirt zunächst das gewaltige Holzlager. Nur der Fachmann 
könnte den Werth dessen ermessen, was hier an allen möglichen Holz-- 
arten aufgestapelt ist. Die Hölzer müssen drei bis fünf Jahre 
lilgßrn, ehe sie zur Verarbeitung gelangen können. Vorher 
wird ihnen noch in den eisernen 'l'r0ckenkamniern ein etwaiger Rück- 
stand von Feuchtigkeit ausgetrieben. Fast jedes bei einem Instrumente 
zur Verwendung kommende Stiiek zeigt sich aus mehreren verschiedenen 
llolzarten zusammengesetzt, um die Temperatlir-Pliliüiisse auszugleichen" 
     Damit ist gleichzeitig ein Weg gewiesen, wo man sich Unter- 
weisung und vielleicht auch das erforderliche Material verschaffen kann. 
2) Weiteres Anhang 24.
        

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