Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840087
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von der Nothwendigkeit und dem Nutzen umfasscn- Ngben den 
der Bildung für den Künstler, und bemerkt: "Es sagt llilllflivyfkß- 
_niir die Ansicht des Painphilos, eines alten ausgezeichneten  
lllalers, des Appelles Meister, sehr zu, bei welchem vor-ist eine um 
nehme Jünglinge den ersten Unterricht im Malen nahmen. fassende Bil- 
Er meinte, dass kein Maler richtig malen könnte, wenn ilylfjlg liur den 
er nicht in der Geometriel) wohl bewandert sei". Ist mmft 931m  
d.   _ 1  A   d _ wenig. 
ieses Wissensfeld bei dei icutigen us 1 ung es 
Malers fast bis auf eine rezeptmässige Behandlung der 
Perspeetive eingeschränkt, die jedes innere Verständniss. 
aussclilicsst, so zeigen sich die anderen erforderlichen Fach- 
wissenscliaftsziveige noch viel mehr vernachlässigt.  Was 
nun Pamphilos, des Praxiteles Schüler wünscht, und was 
Alberti als nothwendig bezeichnet, das verlangt auch 
Dürer.  Professor H. Knackfuss sagt in seiner "Deutschen 
Kunstgeschichte" (Verlag von Velliagen 8; Klasing 1888) 
Seite 560: "Es drängte den Meister (Dürer) noch, die 
von ihm auf dein Gebiete der Kunst gemachten Erfahrungen 
kommenden Künstlergeschlechtern initz utheilen. Seine eigene 
Kunst schätzte der grösste Künstler ganz klein, aber er 
glaubte mit der Zeit würden die deutschen Maler „keiner 
andern Nation den Preis vor ihnen lassen". Zur Er- 
langung dieses Zieles wollte er nach Kräften beitragen, 
indem er auf die Nothwendigkeit wissenschaftlicher Studien 
für den Künstler hinwies. Ihn dauerte die Unwissenheit 
vieler seiner Berufsgenossen, die, nur handwerksniässig ge- 
bildet, ihre Werke zwar mit geschickter Hand, aber „0hne 
Vorbedacht" malten. Die Hlilesskunst" sollte nur ein Theil 
seiner von ihm schon lange vorbereiteten umfassenden 
Unterweisung für junge Kunstbeflissene sein. Den Haupt- 
bestandtlieil dieses Werkes sollte eine „Proportionslehre" 
in vier Büchern bilden, Abhandlungen über Malerei und 
anderes sollten sich anschliesseift.   .   
1) Anhang: Q2. Uebrigens sehe man nur die Lehren der Perspective, 
der Proportion und der Anatomie der Cinquecentisten und besonders 
Jene Lionardifs und Diirers an, und man wird sich bald des grossen Vor- 
tlieiles jenes so interessanten Studiums bewusst werden. Welchen 
Niitzen schafft nicht das Siehliineinleben in die Geometrie sowohl für 
die Behandlung des Einzelnen als auch für das Ganze, die Composition; 
besonders für die Anlage eines reicher gestalteten YVGTliOSZ für die Ver- 
theiluni; der sich zum Ganzen fügenden Gruppen, wie auch für die der 
Farbeiiwerthe; überhaupt für sänimtliche Bestandtheile des Bildes. Dies 
Studium erleichtert und sichert eine grössere liizissvollendung und ge- 
wahrt die Anwendung einer Perspeetive auf die heute Viele zum Schaden 
Ihrer Werke verzichten müssen.
        

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