Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Geschichte der Oelfarbentechnik
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838905
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1840076
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Zeit erhoben und ungeahnte, selbst hohe wissenschaftliche 
Ziele erreichen liess. Doppelt werthvoll sind deshalb seine 
eingehenden Anweisungen, die uns den von ihm betretenen 
Weg erkennen lassen. Kapitel 66') (ll. Theil) lehrt er: 
„Die Art und Weise den Geist zu verschiedcnerlei Er- 
findungen zu mehren und anzuregen".  Kapitel 672) (dcss, 
Theiles) heisst es: „Vom Studieren, sogar gleich, wenn du 
erwachst, oder bevor du einschläfst, im Bett, im Dunkeln". 
 Kapitclß") 69: "Von Spielen, Welche die Zeichner treiben 
sollen".  Kapitel4) 71: „Ob es besser ist in Gesellschaft, 
oder nicht in Gesellschaft zu zeichnen". Nichts entgeht 
seiner Aufmerksamkeit; so eröffnet er den zweiten Theil 
seines schon gedachten Werkes mit der Kapitelübersehrift: 
„Was der Lehrbursche zu allererst lernen soll". Dann 
aber sagt er wenige Zeilen weiter (K 54): „Studiere zuerst 
die Wissenschaft und dann verfolge die Praxis, die aus 
selbiger Wissenschaft hervorgeht". Und wie Lionardo dies 
dem Maler so dringend empfohlene Studium versteht, zeigen 
die Worte seines zweiten Kapitels, wo er sagt: "Keine mensch- 
liche Forschung kann man wahre Wissenschaft heissen, wenn 
sie ihren Weg nicht durch die mathematische Darlegung 
und Beweisführung hin nimmt". Nicht anders lauten die 
Mahnungen des als Lehrer wie als ausübender Künstler 
gleich hoehstehender Sir Joshua Reynoldsä), den wir aus 
seinen zahlreichen künstlerischen Werken zu schätzen 
wissen, und dessen uns erhaltene Akademische Reden 
seine hervorragende Begabung als Lehrer auf das Glänzendstr: 
bekunden. Und war es nicht bei Dürer ebenso? Desgleichen 
bei dem Urbinaten und Buonarotti? erfüllte nicht eben jeder 
hervorragende Künstler, namentlich jene der Renaissance 
diese Forderung?  Leone Battista Alberti spricht iin dritten 
Kapitel des letzten Buches seines Werkes über die lllalerei 
1) Mode d'anmentare e destare 10' ngegxlio ä uarie inuentioni.  
2) Dello studiere in sino (luando ti desti, o'inanzi tu te dorinenti 
nel letto alle seuro.  
3) De gioehi, ehe debbono fare li desseguatori. 
4) S'e gli e meglio dissegilare in eomyxagxxizl 0'no. 
5') (Philosophische Gesellschaft; an der Universität zu Wien.) Zur 
Aesthetik und Technik der bildenden Künste. 
Akademische Reden von Sir Joshua. Reynelde. Uebersetzt und 
mit lilinleitung, Anmerkungen, Register und lkwxtvergleielnmg versehen 
von Dr. Eduard Leiscliing Custosatljunet und Docent am k. k. Oesterr. 
Museum zu NVien, Leipzig 1893. Verlag von C. E. M. Pfeffer. 
        

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