Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838725
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dazu  es giebt Perioden, wo alle Bedingungen so 
glücklich zusammentreffen, dass jeder, oder nahezu 
jeder dahin gelangt, sich selbst vollständig auszu- 
drücken. Ebenso verschieden und einflussreich sind 
die lokalen Bedingungen. 
Am glücklichsten für die 
viduen trafen alle zeitlichen 
Mehrzahl der Indi- 
und örtlichen Be- 
dingungen wohl in 
hundert zusammen. 
Holland 
im 
siebzehnten 
Jahr. 
Wenn 
eine Seele 
durch ihre Natur zur Stillleben- 
malerei bestimmt ist, und es giebt unzählige solche 
Begabungen, einseitige, aber sehr starke, so wird 
sie in einem Zeitalter, das ausschliesslich emotio- 
nelle Kunst verlangt, eine nennenswerte Form nicht 
erreichen. In Holland gab es Stilllebenmaler wie 
van Beijeren oder Heda, die auf ihrem engum- 
schriebenen Gebiet ihre vollkommene Form erfüllt 
haben. Ein Fischstück von den Beijeren, ein 
Nachtisch von Heda vertragen es, auf eine Wand 
mit Rembrandt und Hals gehängt zu werden. 
Denn auch die einseitige Begabung, die ihre 
Form erreicht, kann durch ihre Leistung die Em- 
pfindung vollendeter Schönheit erwecken. 
Talente wie van Beijeren oder Heda dürften 
es als Schüler der Akademiker oder irgend einer 
typischen deutschen Akademie der Mitte des neun- 
zehnten Jahrhunderts zu keiner nennenswerten Form 
gebracht haben.
        

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