Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838713
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Seiltänzer oder Jongleur 
als Kraftmensch suchen. 
bestimmt 
iStr 
darf sie nicht 
Die Wahl wird bei den ausgesprochenen Be- 
gabungen wohl meistens durch die vom Willen un- 
abhängige Neigung bestimmt, in der die Seele ihre 
unbewusste Selbsterkenntnis kundgiebt. 
S0 wird in unserer Kultur ein Kind, das die 
Gedanken, mit denen es geboren wird  jeder 
Mensch wird im Grunde mit allen Gedanken ge- 
boren, die er haben kann  in sich keimen 
fühlt, ohne sie noch zu kennen, ohne mehr als das 
dunkle Bewusstsein dieses inneren Schatzes zu haben, 
von dem Anblick eines Bogen weissen Papiers, 
eines leeren Schreibheftes magisch ergriffen, weil 
es in dem unbeschriebenen Blatt das Bett empfin- 
det, in das sich dereinst seine Seele ergiessen wird. 
Es steht nichts im Wege, den der Athletik ent- 
lehnten Begriff der Form auf andere Gebiete zu 
übertragen, auch auf das der Kunst, und die Frage 
aufzuwerfen, 0b und wie weit in den sich ablösen- 
den Zeitaltern das künstlerisch begabte Individuum 
seine Form erreicht hat. 
Ein Blick genügt, um einzusehen, dass nicht 
alle Epochen und alle Örtlichkeiten darin gleich- 
wertig sind. Es giebt Zeiten, in denen keine ein- 
zige künstlerische Begabung ihre Form gewinnen 
kann  vielleicht gehört das neunzehnte jahrhundert
        

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