Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838707
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von Kraft erreichbar ist, über das ihn keine noch 
so gründliche und langdauernde Trainierung hinaus- 
bringen kann, und dass der Wille, der die Behen- 
digkeit reguliert, ganz ebenso einen in jedem Einzel- 
falle gegebenen Grad von Intensität, Einschalte- 
und Ausschaltefähigkeit zu erreichen vermag, über 
den er sich durch keine noch so strenge äussere 
Zucht oder Selbstzucht hinausheben lässt. Wenn 
Körper und Wille zur selben Zeit diesen 
Punkt erreicht haben, dann ist die Form 
die hinaus kein Weg führt. 
höchsten 
da, über 
In der Athletik weiss man, dass für jedes Indi- 
viduum durch seine besonderen körperlichen und 
seelischen Eigenschaften das Gebiet, auf dem es 
seine Form erreichen kann, im voraus bestimmt ist. 
Für die meisten ist es eng begrenzt. Der eine 
erreicht seine Form als Seiltänzer, der andere als 
Ringer, der dritte als Läufer, ein vierter am Trapez. 
Es kommen umfassendere Begabungen vor, das 
sind dann auch hier die Genies. Doch giebt sich 
die Durchschnittserziehung nicht mit ihnen ab. Sie 
stehen unter ihrem eigenen Recht und sind ihre 
eigenen Erzieher. 
Für den Durchschnitt der Talente gilt es in 
der Athletik, das Fach zu finden, wo sie ihre höchste 
Form erreichen. Der zum Läufer Geborene kann 
sie nicht als Ringer finden, wer durch die Schnellig- 
keit und Sicherheit seines Blickes, durch Schwindel- 
freiheit und die Einsatzfähigkeit seines Willens zum
        

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