Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838674
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zehnt steigend, der Einfluss der Ausstellungen, die 
die Kunst immer mehr vom Leben losgelöst haben 
und die zu einer Hetzpeitsche geworden sind. 
Seit der Mitte des Jahrhunderts machte sich 
sodann in steigendem Masse der Einfluss fremder 
Kunst geltend, weil die führenden Geister der ersten 
Hälfte das Gebiet der Technik vernachlässigt hatten, 
Von Jahrzehnt zu Jahrzehnt vergrösserte sich die 
Zahl der Einfluss gewinnenden ausländischen Centren. 
Belgien, Paris, Holland, England leuchteten am 
Horizont unserer Kunst, sogar Amerika wurde seit 
Chicago als Lichtspender begrüsst. Für die aka- 
demische Ausbildung galt in den letzten Jahrzehnten 
als massgebend Paris. Die Münchener, dann die 
Berliner und Dresdener Ausstellungen führten dem 
deutschen Kunstjünger vor, was irgendwo in der 
Welt erzeugt wurde, und mittelbar durch die 
Franzosen und Schotten, unmittelbar durch alte und 
neue Erzeugnisse seiner Industrie und Kunst bewirkte 
das ferne Japan einen Wandel der künstlerischen 
Anschauung. 
Wenn nach dem Tode eines Künstlers sein 
Lebenswerk übersichtlich vorgeführt wurde, so konnte 
es kommen, dass keine Naturstudien vorhanden 
waren, dass dagegen seine Bilder das Tohuwabohu 
der Anregungen in historischer Folge und bis in jede 
leiseste Welle zum Ausdruck brachten. Hatte er 
als Nachahmer Makarts angefangen und konnten 
seine Bilder aus dieser Epoche beinahe für Originale 
gehalten werden, so sahen seine letzten Werke
        

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