Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838643
Wie würden wir heute dastehen, wenn Boecklin 
um die Mitte der siebziger Jahre in einem der 
Centren deutschen Lebens an weithin sichtbarer 
Stelle die malerische und plastische Ausstattung 
eines grossen Raumes ausgeführt hätte? Und welche 
Entwickelung hätte die Bildniskunst in Deutschland 
genommen, wenn der Mann, der 1864 das Bildnis 
des Fratelli und später die grossartigen Selbst- 
bildnisse geschaffen hat, sich als Bildnismaler hätte 
entwickeln können und Einfluss auf die Jugend ge- 
wonnen hätte? 
Der allgemeinen Freude und Bewunderung gegen- 
über hat die Kritik sich auffallend still verhalten. 
Das ist eigentlich ein erfreuliches Symptom, denn 
sie hatte bisher, indem sie vermeintliche und wirk- 
liche Mängel in den Vordergrund schob, dem Ver- 
ständnis des Künstlers die Wege verlegt. 
Wie vor zwei oder drei Jahrzehnten meist 
Künstler es waren, die zuerst auf die positiven 
Eigenschaften Boecklins hinwiesen, so waren es auf 
den Jubelausstellungen wiederum in der Regel 
Künstler, deren Mund eine kritische Einschränkung 
der ungemischten Begeisterung verlangten, heimische 
und fremde. 
Schliesslich haben nur einige der ganz hervor- 
ragenden Bildnisse vor aller Augen Gnade ge- 
funden.
        

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