Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838639
50 
geschaffen ist. Und in der Monumentalmalerei be- 
weist seine Flora von 1875, ein Karton für ein 
Glasfenster, dass sich in Boecklins Seele selbständig 
die Entwickelung vollzogen hat, die seither in Eng- 
land und Frankreich auf dem Gebiete der Plakat- 
kunst durch japanische Einüüsse mitbestimmt, unsere 
Kunst von aussen her um neue Ausdrucksmittel be- 
reichert 
hat. 
Der farbige Karton der Flora. ist in Florenz 
durch einen zufälligen Auftrag entstanden, den 
Boecklins Freund Bayersdorfer vermittelt hatte. Er 
ist nie ausgeführt worden. Boecklin hatte in der 
Villa Wedekind und im Baseler Museum seine 
ersten 
Versuche 
in 
der 
Monumentalmalerei 
hinter 
sich. Nach dem Urteile der Zeitgenossen waren 
sie misslungen. Eine Aussicht, neue Aufgaben zu 
erhalten, bestand für ihn damals kaum noch. 
Der Unterschied zwischen dem Karton von 
und den früheren Versuchen ist fundamental. 
1375 
Die 
Flora 
wirkt 
heute 
wie 
ein 
Glaub ensb ekenntnis 
und 
In der äussersten Vereinfachung 
mit dem Staffeleibild nichts mehr 
eine Prophezeiung. 
der Mittel hat sie 
zu thun, und in der Verwendung starker Farbe geht 
sie weit hinaus über alles, was Boecklin in der 
Monumentalmalerei früher gewagt hatte. 
Die Flora nimmt die gesamte Entwickelung der 
letzten beiden Jahrzehnte vorweg. Sie enthält alle 
Ideen, die wir seither unter heftigen Kämpfen von 
unseren Nachbarn entlehnt haben.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.