Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838619
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die als Knaben im Bildnis und in der Landschaft 
hohe Ziele erreicht hatten und später nach einer 
Ablenkung durch den Anschluss an Cornelius und 
Overbeck zu ihrer ersten Liebe zurückgekehrt sind; 
wie bei Martin Gensler, der als Siebzehnjähriger 
um 1 828 eine Selbständigkeit und Originalität zeigte, 
die er erst in den sechziger Jahren wiederzufinden 
versuchte, nachdem er eine romantische Epoche, in 
der er sein Bestes aufgegeben, hinter sich hatte; 
wie bei Morgenstern und Vollmer, die, durch Stu- 
dium und Belehrung gehemmt, nie wieder den hohen 
Grad von Selbständigkeit erreicht haben, der ihre 
ersten Versuche um 1825 auszeichnet. 
Auch Boecklin 
erschien 
in den ersten Bildnissen 
vor 1850 und in der wichtigen Felslandschaft mit 
den Gernsen aus derselben Zeit eigentlich mehr er 
selbst als in den fünfziger und sechziger Jahren, wo 
viele seiner Zeitgenossen auf ihn gewirkt hatten. Die 
grauen Felsen der Landschaft mit den Gemsen ver- 
künden bereits den Künstler, der in der Darstellung 
des Gesteins ausdrücken sollte, was niemand vor 
ihm empfunden hatte, und in der Intensität des 
Grau und Braun der Felsrnassen, des satten Braun 
des Mooses, denen sich das Weiss der Schneereste 
gegenüber stellt, zeigt sich unverhüllt der selbst- 
willige Erfasser der Farbe. 
Die Iubelausstellungen haben den Eindruck der, 
wenn auch hier und da abgelenkten, doch stetig 
nach eigenem Willen unbekümmert den eigenen
        

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