Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838598
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äusserlich den Königen der Politik und der Geld- 
wirtschaft gleich. Die Herrschaft seiner Farben- 
anschauung reichte bis in jede Tapezierwerksatt 
und jeden Stickladen, wo sie immer noch nicht 
aufgehört hat. 
Seine Bilder sind heute fast vergessen. Sie 
üben eine lebendige Wirkung kaum noch aus. Sein 
Andenken aber ist noch nicht erloschen, weil eben 
erst in den dekorativen Künsten eine neue An- 
schauung ihr Haupt erhoben hat, das ihm in heftiger 
Gegnerschaft zugewendet ist. 
Die Wolke Makarts hatte zwei jahrzehnte lang 
die Sonne Boecklins verdunkelt. Dann brach sie 
strahlend durch. Boecklin trat mit seiner An- 
schauung um zwei Jahrzehnte zu früh auf, als dass 
er sie hätte durchsetzen können, Makart konnte 
einen günstigen Moment ausnutzen und starb, ehe 
die Menge sich von ihm abgewandt hatte. 
Makarts Laufbahn, die um 1880 im wesent- 
lichen abgeschlossen war, hätte, an Boecklins Ge- 
schick gemessen, gegen 1920 den Höhepunkt der 
Popularität erreichen müssen. 
Die drei grossen Boecklinausstellungen in Basel, 
Berlin und Hamburg haben den Freunden des 
Künstlers einen tieferen Einblick in seine Entwicke- 
lung gewährt und weiteren Kreisen neue Seiten 
seines Wesens enthüllt.
        

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