Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838551
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halle, 
Dauerkarten 
Zll 
einem 
nominellen 
Preise 
zur 
Verfügung gestellt, und in den Stunden nach Schul- 
schluss und an den Sonntagen stürmten die Scharen 
junger Menschen in die Räume. 
Man sah sie nicht nur vor den Ölbildern, son- 
dern ebenso eifrig in dem grossen Saal, wo die 
Reproduktionen nach Boecklins Werken historisch 
geordnet waren. Und wer sich die Mühe gab, sie 
eine Weile zu beobachten, sah sie nicht etwa zer- 
streut und planlos hin und her laufen, sondern mit 
dem Kataloge in der Hand langsam von Bild zu 
Bild wandern, einzeln oder gruppenweise in eifrigern 
Gespräch. Und aus allen Familien konnte man 
hören, wie den verwunderten Eltern diese Begei- 
sterung der jugend aufgefallen war, und immer 
wieder karn es vor, dass in der Ausstellung ein 
Herr in mittleren Jahren, der das Gefühl zu haben 
schien, er müsse motivieren, dass er mitten am 
Tage seine Arbeit im Stich gelassen, entschuldigend 
verbrachte: Meine jungen lassen mir keine Ruhe. 
Was den Eltern Kampf kostet, das eignet sich 
die Jugend wie ein bereitetes Erbe an. Und die 
ältere Generation müsste fast mit einem Gefühl des 
Neides dieser Aufnahmefähigkeit und Bewältigungs- 
kraft zusehen, die die Iugend auf Königswegen 
dahinführen. Aber es kommen andere Probleme, 
die dieser Jugend so schwer werden, wie die nun 
mühelos von ihr gelösten Rätsel einst ihren Eltern, 
und die heute Väter sind, waren einmal die Jugend,
        

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