Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838543
Denn das ist ja gerade die Macht der Massen- 
suggestion, dass sie eine günstige Gemütsverfassung 
schafft. Sie ist der weiche Frühlingssturm, der die 
Schneedecke und Eiskruste der Gewöhnung zer- 
schmilzt, sie erweckt Wunsch und Willen, zu er- 
kennen, zu bewundern, sich zu vertiefen, sich hinzu- 
geben. 
Und ist damit nicht der einzige Zugang zum 
Kunstwerk eröffnet? Darf unehrlich genannt werden, 
wer ohne die günstige Disposition vor einem Jahr- 
zehnt gegen dieselben Kunstwerke aus gefrorenem 
Herzen Spottreden hagelte, deren Wirkung er heute, 
wo das Eis geschmolzen ist, wie warmen Sonnen- 
schein empfindet? 
Und muss in unserem jahrhundert nicht jeder 
ganz grossen Erscheinung gegenüber die Massen- 
suggestion erst die Stimmung erzeugen, die für die 
Aufnahme nötig ist? Wer nicht den Wunsch hat, 
sich packen zu lassen, trägt einen festen Panzer 
um die Brust. 
In Hamburg unterschied sich das Publikum, das 
sich durch die Ausstellung schob und ruhig wartete, 
bis es Zugang zu den Hauptbildern fand, in einem 
wesentlichen Zuge von dem der Akademie in Berlin: 
Es war mehr jugend dabei. 
Die Leitung hatte den Oberklassen der Schulen, 
wie auch sonst bei den Ausstellungen in der Ku11st-
        

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