Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838468
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kenntnis gekommen, wie bei seiner P'arbe. Ge- 
rade in der originellen Umgestaltung überlieferter 
Gebilde äussert sich seine schöpferische Begabung. 
Centauren, Tritonen, Nereiden sind wohlbekannte 
Erzeugnisse der antiken Phantasie. Das Mittel- 
alter hatte sie nicht vergessen und in ornamen- 
talexn Formenspiel vielfach umgeformt, die Renais- 
sance hatte die Typen in möglichster Wahrung 
der antiken Tradition wieder übernommen, ohne 
sie eigentlich lebendig zu machen. Sie waren 
auch hier in der Regel Ornament geblieben. Nun 
schuf Boecklin sie neu. Es war, als hätte er ihre 
Darstellungen nie gesehen, als hätte er nur in 
Märchen und Sagen von Menschen erzählen hören, 
deren Leib an den Hüften in einen Pferdekörper 
oder in einen Fischschwanz übergeht, oder die 
statt ihrer natürlichen Beine Bocksbeine haben, 
und als wäre er nun der erste gewesen, dessen 
Phantasie ein leibhaftiges Bild dieser Bewohner 
der Berge, Wälder und Meere geschaffen hätte. 
Man sah zuerst gar nicht, mit welchem Gefühl für 
das Wesen des Elements, dem sie angehören, für 
das Wesen des Tieres, an dem sie teilhaben, 
die Land- und Wassercentauren, die Tritonen und 
Pane gebildet waren. Gerade das, was da Neues 
und Grosses geboten war, stiess ab, weil es von 
der allen geläufigen Überlieferung abwich. Man 
fand das Tierische in diesen Wesen roh und 
brutal, Lmd dann schien es auch nicht hübsch 
g 91111 g. 
Die Seele u. 
Lichtwark, 
Kunstwerk.
        

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