Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838411
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So hat auch Boecklin zunächst mit Erfolgen 
begonnen. Keins seiner späteren Werke hat beim 
Erscheinen eine nur annähernd so allgemeine Be- 
geisterung hervorgerufen wie sein erstes grosses 
Bild vom Pan im Schilf, das sich von dem, was 
man 
der 
Kenntnis 
des 
schon 
Bestehenden 
greifen konnte, gerade weit genug entfernte, um 
frisch zu wirken, und nicht weit genug, um jenseits 
des Horizonts der Erkenntnis zu liegen. 
Der erste Erfolg ist immer ein Prüfstein für den 
Gehalt des Charakters. Hätte Boecklin zu der un- 
endlichen Schar mehr oder weniger starker Be- 
gabungen gehört, die sich durch Erfolge oder Miss- 
erfolge bestimmen lassen, so hätte er das Thema 
und die Behandlungsart, die einmal gefallen hatten, 
als Ausgangspunkt einer eigenen Richtung genommen 
und bis an sein Lebensende, oder wenigstens so- 
lange der Erfolg anhielt, Schilfbilder mit Sonnen- 
Hecken gemalt. Selbst die Sonnenflecken, die so 
viel bewundert wurden, finden sich nachher in 
seinem Werk nicht wieder. Dass seine materielle 
Lage ihn der Versuchung, sich ohne viel Mühe 
einen Markt zu schaffen, nicht überhob, ist bekannt 
genug. 
Boecklin ging seinen einsamen Weg weiter, der 
zunächst freilich noch ein Jahrzehnt von der grossen 
Heerstrasse aus erkennbar und erreichbar war, 
dann aber in einsame Fernen führte, wohin ihm der 
Blick der 
Doch 
Menge nicht 
hat er sich 
zu folgen vermochte. 
nie auf Nebenpfaden 
V61"
        

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