Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838376
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Die Entwickelung des Urteils 
bietet ein umfassendes Paradigma, 
Urteils zu studieren. 
über Boecklin 
die Natur des 
Seine Beurteilung 
räumlich und zeitlich 
ist noch 
nicht. 
nicht 
abgeschlossen, 
Sie ist geographisch auf seine engere Heimat, 
die Schweiz, und auf Deutschland beschränkt. S0 
gut wie alle seine Werke sind in Deutschland und 
in der Schweiz geblieben. Frankreich, England, 
die Niederlande, der Norden haben noch nicht ge- 
sprochen. Die übrigen Länder kommen in dieser 
Frage überhaupt nicht in Betracht. Dass einzelne 
Stimmen aus der westlichen und nördlichen Kultur- 
welt sich für und gegen ihn erklärt haben, ist vor- 
läufig noch belanglos. Wir haben noch nicht erfahren, 
wie eine Boecklinausstellung in London oder Paris 
wirken würde, und wir würden nach Ablauf des 
ersten derartigen Versuches noch nicht viel mehr 
wissen als über Frankreichs Verhältnis zu Wagner 
nach der ersten Aufführung des Tannhäirser in den 
sechziger Jahren. Die Vorstellung, dass das Ausland 
im Urteil über den lebenden Künstler etwas wie 
eine gleichzeitige Nachwelt darstellt, hat viel Be- 
stechendes, gilt aber nur für das Talent nicht für 
das Genie. Wird es dem eigenen Volke schon 
nicht leicht, das neue Genie, das ihm ersteht, zu 
begreifen, wie viel schwerer fällt es dem Auslande, 
das erst noch die Festung der Rasseneigentümlich- 
keit zu nehmen hat! 
Auch 
zeitlich 
ist 
das 
Urteil 
über Boecklin
        

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