Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838231
können, wieder zu erwecken. Lichtenberg hat das 
einmal in seinem Urteil über Wieland formuliert: 
nEr spricht Empfindungen aus, dass sie wieder 
Empfindungen WCIÖBILK 
Das Kunstwerk ist Selbstzweck für den, der es 
schafft, für die anderen existiert es erst, wenn es in 
ihrer Seele auflebt. Dazwischen ist es im Grunde 
gar 
nicht 
vorhanden. 
Soll es in einem anderen Menschen wieder 
lebendig werden, muss dessen Seele der des Schöp- 
fers verwandt gestimmt sein. Je näher die nach- 
schaffende Seele der des Schaffenden steht, desto 
näher kommt ihr Genuss am Kunstwerk dem des 
Urhebers. Wer wird so tief von dem Werk des 
Musikers erschüttert und mitgerissen wie der ver- 
wandte Schöpfergeist? Wer steht vor einem Bilde 
bis in alle Fibern durchbebt wie ein Maler? Ist 
die Seele nicht da, in der es aufleben kann, dann 
ist das Bild nur bemalte Leinwand, die Statue ein 
behauener Stein, das Gedicht bedrucktes Papier, 
die Musik ein Geräusch,  vielleicht nicht einmal 
ein angenehmes. 
Das ist wörtlich zu nehmen. Das Kunstwerk 
geht als Realität zu Grunde, wenn die Seelen nicht 
mehr da sind, die es aufnehmen können, und kann 
eben so leicht verschwinden, wenn sie noch nicht 
da sind. Die Geschichte beweist es auf Schritt
        

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