Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Seele und das Kunstwerk
Person:
Lichtwark, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1837895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1838207
Technik 
nicht 
ZU 
beanstanden 
ist J 
weder 
Musik 
noch 
Litteratur 
sind. 
Wer die eigene und starke Empfindung nicht 
hat, kann nicht Künstler werden, und wer sie be- 
sitzt, dern wird selbst einmal eine Unzulänglichkeit 
des technischen Ausdrucksverrnögens übersehen. 
Wie 
durchaus 
die 
Kunst 
als 
Ausdruck 
der Em- 
piindung, nicht der Erkenntnis, aufgefasst werden 
muss, lässt sich am leichtesten in der Poesie erkennen. 
Was enthält ein lyrisches Gedicht, das den Verstand 
anginge? Wer es in Prosa übersetzt, hat nichts 
Lebendiges mehr in der Hand. ja, man darf be- 
haupten, ein lyrisches Gedicht, das sich in Prosa 
aufgelöst noch hält, gehört nicht zur höchsten Gattung 
der Kunst. Denn das Wesen des Gedichtes liegt 
in der rhythmischen Verdichtung eines Gefühls. Die 
Sprache, an sich ein abstraktes Ausdrucksmittel, ver- 
bindet sich in der Poesie mit dem Rhythmus und 
der Melodie der Musik, die ein rein durch die 
Sinne wirkendes Ausdrucksmittel ist. Alle Poesie 
wird doch wohl ursprünglich gesungen. Die ge- 
sprochene Poesie ist schon um die Hälfte ihrer 
Wirkung gebracht, gelesen sollte Poesie überhaupt 
nicht werden. 
Die Sprache ist ein Mittel zur Verständigung 
mit anderen. Diese Funktion streben die Künste
        

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