Volltext: Die Seele und das Kunstwerk

Vver Arnold Boecklin von Herzen zugethan ist, 
konnte nur mit gemischten Gefühlen den Ausbrüchen 
des Festjubels zusehen, der sich in Zeitungsartikeln, 
jubelhymnen, Festnummern, Telegrammen und Brie- 
fen nach Florenz und in Festvereinigungen begei- 
sterter Verehrer an seinem siebzigsten Geburtstag 
Luft gemacht hat. Es hätte im Deutschen Reich 
ein allgemeiner Busstag angeordnet werden sollen. 
Alle Erinnerungstage an künstlerische Grössen un- 
seres Jahrhunderts müssten Busstage sein. 
Gewiss haben wir Ursache, zu jubeln, dass in 
unseren Tagen der Welt eine neue Offenbarung wie 
die Kunst Boecklins beschert worden ist. Aber der 
Freudenrausch kommt reichlich spät und ist zu stark 
mit dem Gefühl der Beschämung legiert. Denn wie 
lange ist es her, dass der Name Boecklins allgemein 
nur mit einem gewissen Respekt genannt wird? 
Wie lange ist es her, dass sein Name bei der Masse 
unserer Gebildeten Hass, Abscheu und lautes Ge- 
lächter auslöste? Wir vergessen sehr schnell. 
IPF
	        
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