Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1826122
Wolfgilng 
Aurifaber 
Xvoliigarlg r 
Meister. 
59 
immer der Name VVulfgangk Hammer in deutschen Lettern steht, 
während Wolfgang der lateinischen Buchstaben sich bediente, 
wie sie im 15. Jahrhunderte gebräuchlich waren. Dieser Wolfgang 
lebte wahrscheinlich in Nürnberg. Es findet sich ein Blatt von 
ihm, welches das XVappen der Stadt eilthält. W. Hammer war in- 
dessen ebenfalls iu Nürnberg thiitig. 
Wolfgang Aunfaber (Goldschmid), m durch Abdrücke von 
einer Platte in liupfer bekannt, Welche aber ursprünglich nicht 
zum Abdrucke bestimmt war. da sie vergoldet wurde, und wahr- 
scheinlich als Gedenktafel eines Abtes Ludwig von St. Lucien in 
Grauhiindten diente. blau fand sie nämlich in der Sakristei einer an 
das Präimonstratenser Stift stossenden liirche an der Wand befesti- 
 get. Späte;- wurde die Platte weggenotnlnetl, und ham gegen Ende 
des vorigen Jahrhunderts in den Besitz des linnsthäildlers Her- 
tcl in Augsburg. Dieser liess das Gold der Oberfläche abschleifen, 
um Abdrücke machen zu können Er nahm auf 2d Blätter Sub- 
scriptiun an, und verlangte sechs Dukaten für das Exemplar. Es 
scheinen aber auch noch später Abdrücke gemacht wortleu su seyn, 
welche wegen des modernen Ansehens von Heller u. A. als Co- 
pien erklärt werden, was nicht der Fall ist. Die Platte ist gegen- 
wärtig in dem Besitze des Verfassers dieses Lexicuns, zugleich mit 
dem ganz geringen Beste der neueren Abdrücke. Diess Sind wahr- 
scheinlich die angeblichen Copien. Uebrigens finden wir im Cata- 
loge der Sammlung des Antistes Veith einen Abdruck angegeben, 
auf welchem die Schrift nicht verlacht-t ist. Jene yun der Original- 
latte müssen verkehrte Schrift haben, weil sie auf dieser von der 
äinlseu zur Rechten erscheint. Bartsch P. gr. X. p. 16. Nr. 15. 
macht auf die Abdrücke von dieser Platte aufmerksam, weil der 
Goldschmied aus zwei berühmten Blättern des Meisters E. S. von 
15160 die Darstellung entlehnte, und nur die Figur des Abtes hin- 
zufii te. 
iJen Hintergrund bildet eine Capelle, und links auf der 'Platte 
steht die Madonna mit dem liinde. Vor ihr kniet der Abt, von 
dessen liopf aus ein Spruchzettel geht: Jesu. Uerbum. Summi. Pa- 
tris. Serva. Servos. Tue. Matris. Oben im Rande: Ludwicus Abbas 
Anno Domini 11'177, unten; Wulfgangus Aurifaber. H. lt Z. 2L., 
 B13. 7  5 L1 
Wolfgang, Meister, Maler zu Bamberg, stammt aus der Familie 
der Hatzheimer, kommt aber in Urkunden des k. Archivs zu Bam- 
berg nur einmal mit seinem Geschlechtsnamen vor. Zuerst macht 
Hagen (Archiv fiir Geschichte des Obermainhreises 1831, S. Q5) auf 
ihn aufmerksam, und dann führte Heller (Iiunstblattjßlifl, S. 53) 
den längstvergessenen Meister mit gebuhrendemuLoho in die Kunst- 
geschichte ein. Meister Wolfgang hat den gegrundetsten Anspruch 
auf das schöne Bainbcrger Fenster m der St. Sehalduslairche zu 
Nürnberg, welches seit Neuäliirffer dem Veit Hirschvogel sen. zu- 
eschricben wird, Welcher a er erst nach Wolf an 's Tod in den 
lgiechnungen vorkommt. Das Bamberger Fenster? stillt die Figuren 
des Haisers Heinrich des Heiligen, der Kaiserin Iiuniguncle u. s. w- 
dar, und wurde 1495 von dem Fiirstbischof Georg Gruss von Tro- 
chau gewidmet. Die darauf sich beziehendn Documente gibt Helle?- 
Es geht daraus hervor, dass Meister iNolfgnng der liatzheilnßf 
die Zwölf Ablheilungcxi des Fensters gemalt, und selbes in de!" Hi!" 
chß Selbst eingesetzt habe. 1m Jahre 1501 bestellte der Fürstbisßhof 
Veit Truchses vuu Ponimersfeldcn bei Meister Wblfgnng einen 
Hoßhlltllr für die Wallfahrtaliapelle Gügel, welcher aber erst 150i
        

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