Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825926
nehmuitg und die Auferstehung dar, und haben bemalte Rückseiten 
mit Figuren von Heiligen. 1m Vorgrunde der Geburt kniet der 
Stifter des Bildes neben seinem Wappen, und die Stifterin er- 
scheint auf dem Gemiiltle der Auferstehung. Die vier letzten Bil- 
der sind 5 F. [t Z. 0 L. hoch, und 5 F. d Z. 6 L. breit. Die Ge- 
burt Christi ist 5 F. 4 Z. hoch, und 5 F. 6 Z. breit. Diese Bil- 
der gehören in die spätere Zeit des Meisters. In der Gallcrie zu 
Schleissheim ist ein kleines Bild des heil. HieronymusLwie e! dßi 
Crucilix küsst, halbe Figur. 
In der Gallerie zu Augsburg ist Wohlgemuth ebenfalls wür- 
dig vertreten. Da ist ein Bild des Todes der Maria auf Gold- 
grund von ergreifender Wahrheit der Alfelite. Aus seiner früheren 
und schwächeren Zeit stammen drei Gemälde: Elisabeth von Thü- 
ringen, Anna mit Maria und dem Iiinde, und die Auferstehung 
Christi. Ein anderes Bild des Künstlers hat mit dem vortrefflichen 
Altar in Heilsbronn Verwandschaft. Es stellt den Leichnam Chi-i- 
sti mit den weinenden Freunden dar. mit landschaltlichem Hinter- 
grunde. Zwei Gesellenbilder schildern Scenen aus der Legende 
der Auffindung des heil. Kreuzes. 
In der Gallerie des k. k. Belvedere zu Wien wird ihm ein 
ganzer Altar mit geschlossenen Flügeln zugeschrieben. H. 6 F., 
Br. 4 F. Die Haupttafel stellt den heil. Hieronymus dar, welcher 
in Cardinalstracht an einem prächtigen Throne steht, und die Linke 
auf den liopf des Löwen legt. Zu den Seitenknieen die Dona- 
toren, und durch das Fenster sieht man Landschaft, in welcher 
Momente aus dem Leben des Heiligen dargestellt sind. Auf der 
inneren Seite des rechten Flügels sieht man die drei anderen Iiir- 
chenväter, und links drei Apostel. Auf der äusseren Seite des rech- 
ten Flügels erscheint liaiser Heinrich und daneben die Königin 
Elisabeth von Thüringen, welche dem Lahmen Almosen reicht. 
Gegenüber ist St. Martin und St. Elisabeth von Portugal darge- 
stellt. Oben in den Ecken jedes Flügels sind grau in Grau ge- 
malte Bannerträger, welche anscheinlich Hiinstlerzeichen auf den 
Fähnchen haben. Auf den beiden oberen, oder Ziusseren Flügeln 
sieht man auf der inneren Seite je zwei Heilige mit Beiligurcn, 
und oben in der Ecke Schildhalter mit den erwähnten Zeichen. 
Auf den äusseren Seiten-ist Papst Gregor dargestellt, wie er die 
Messe liest, und über diesem Gemälde sieht man verschiedene Per- 
sonen und Gegenstände aus der Leidensgeschichlc Auf der Leiste 
steht! 311110 dm- MCCCCCXI. Im Jahre 15H warWohlgernuth be- 
reits 77 Jahre alt, die herrlichen Bilder sind aber nicht die Arbeit 
eines schwachen Greises. VVenn die im Cntaloge der Gallerie abge- 
bildeten Zeichen einem oder zwei Künstlern angehören, könnt; 
man nur auf Schüler des Meisters schliessen._ Die Färbung ist sehr 
schön, und die liöpfe sind fast durchaus naiv und ansprechend. 
Die Gallerie des lt. Museums in Berlin besitzt nur ein mässi- 
gen Bild von YVohlgemuth, und zwar aus dessen früherer Zeit. In 
der Mitte steht Maria mit dem Hindu, und zu den Seiten sind die 
beiden Johannes. Laubgevvinde sind in schwarzer Farbe aufge- 
tra en. 
gUeberdiess sind auch im Privatbesitze viele Gemälde, welche 
dem Wohlgemuth zugeschrieben werden. 
Der Formschnitt.  
Dass Wohlgemuth mit eigener Hand in Holz geschnitten habe, 
ist weder unbedingt zu behaupten, noch zu verneinen. Sicher aber
        

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