Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825895
Wohlgemutln , 
Michael. 
im Fleisch gegen den bräunlichen Lokalton weisser als in den ü-ii- 
heren Werken des Meisters.  Die zweiten Flügel enthalten den 
Verralh an dem Heilende, Pilatus, wie er die Hände wäscht, die 
Breuztragung und die Kreuzigung, die Innenseite die Taufe Chi-i- 
sti, die Predigt des Johannes, die Messe im Augenblick der Con- 
secration, und die Statue des Saturn, welche vur den Heiden durch 
den Segen eines Bischofes zusamrnenbricht. Auf den Aussenseiten 
des innersten Flügelpaares sieht man die Enthauptung des Julian. 
nes, St. Martin, welcher den Mantel tlieilt, das Haupt des Johan- 
nes dem Herodes dargebracht, und St. Martin als Bischof, wvie el- 
drei in Leichentiichern auf Gräbern Sitzende segnet. Die inneren 
Seiten der Flügel der Altarstaliel stellen Heilige dar, und vun Aussen 
siebt man die Grablegung, Alles von einem geringen Gesellen roll 
'und fabriltmäsaig gemalt. Im Jahre 1508 wurde der Altar abgelie- 
fert. Dass aber die Arbeit schon vor Abschliesiung des Vertrages 
von 1507 in Arbeit war, beweiset die Jahrzahl 1506 auf dem Bilde 
des St. Martin zu Pferd. Man scheint damals nicht ganz zufrie- 
den gewesen zu seyn, und daher die Klauseln im Schlussvcrtrag_ 
Im Jahre 1817 hat Rothermund den Altar restanrirt, und man 
sagte ihm nach (Dr. Campe im Iiunstblatt), dass er durch Uebey. 
malung den charakteristischen Wenh der Alterthiiinliclilteit gm- 
schmälert habe. Allein Dr. WVaag-en fand diese Anschuldigung um- 
begründet. Es sind nur einzelne ltetuuchen zu bemerken. 
Ein grosser Tlieil der VVcrlte dieses Meisters befindet sich 
noch in den Kirchen und Sammlungen zu Nürnberg, einige 
kann man ihm aber nur muthniasslich zuschreiben. 
In der Frauenkirehe, zu Ende des linken Schiffes an (lex- 
Wand, ist ein Altar in bemaltem Schnitzwerhe, welcher nach 
Waagen I. 25g aus derWei-listatt des Wohlgemuth herrorgegan, 
gen seyn könnte. In der Mitte ist Mxaria mit dem liinde im gulde- 
nein Gewande, an den Flügeln sind zwei Heilige, und oben CIUECCQ 
homo. Die Ausführung ist eben so lleissig, als die Bemalung zalt 
Für eines der vorziigliclisten VVerlte des Meisters häilt aber Waa- 
gen den Altar an der Wand zu Ende des rechten Schiffes. In der 
Mitte des Gemäldes liest St. Gregor in Gegenwart der Ileiligen 
Catharina, Antonius, Frapciscus und Duminicus die Messe, und 
die Flügel stellen die Heiligen Lorenz und Sebald dar, edle, schlanke 
Gestalten. In diesemx Werke weht ein echt kirchlicher Geist. Die 
Charaktere, besonders der der Catliarina, erinnern an die beglnu- 
bigten Bilder in der Morizkapelle. Die Gewandinirtive sind aber 
hier zum Theil reiner, als in jenen, der Fleischton kräftig, lariiun- 
lieh mit grauen Schatten, die mageren Hände gut bewegt. 
 In der St. Sebalduskirclie ist am Pfeiler in der Nähe de; 
Grabmales von St. Sebald ein Epitaph mit einer Kreuztragung, 
und mit Portraiten der Familie Tucher, welche 1485 das Werk stif. 
tete, und nach der Ansicht der Nürnberger Iiunstfreunde den Wo1i1_ 
geinuth betraut haben soll. Waagen I. 254 Spricht slFll dagegen 
aus, weil die iiberlaclene Cumposition in den Hnuptmutiven aulTaL 
lend mit dem berühmten Iiupferstiche des M. Schongauer übßh 
einstimmt. Die Köpfe sind mannigfaltig und ausdrucksvoll, die 
Hände gut gezeichnet, der Fleischton kräftig braun, der VOflPßcr 
ziemlich breit. ü 
Für WohlgemutlfsyWcrla gilt auch ein Altar in einer Seiten. 
kapelle der St. Lurenzkirche. Im Inneren sind im bemalten 
Schnitzvcerke die Heiligen Ilelena, Catharina und Conrad, und die 
angeblich vpn Wuhlgeinuth bemalten Flügel stellen die Vcriniih- 
lung der heil. Cntlmriiia und die hfülllßßillltll-lßg dar. "Nach Waq.
        

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