Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829149
Zwirn er , 
Ernßt 
Friedrich. 
361 
ben zum Ausbau, da sich auch das Volk massenhaft betheiligte, 
Es gab einen Moment der Begeisterung, wie ihn nur das für den 
Glauben glühende Mittelalter erzeugt hatte, wo Laye und Pfaffe 
ein Schärflein zum Bau nach Cüln gaben. Was in letzter 
Zeit zum Ausbaue des Domes geschehen ist, findet man in den 
sogenannten vierteljähnigen Bau-Rapporten des Cülner Domblattes 
nachgewiesen. In vier Baujahren, bis 1845. war der Kreuzflügel 
des Domes sowohl an der südlichen, wie an der nördlichen Seite 
so weit empor gestiegen, dass der Spitzbogen über dem Haupt- 
eingange geschlossen werden konnte. Das südliche Seitenschitl" war 
bis zu seiner ursprünglichen Höhe von 65 F. vollkommen über- 
wölbt. Das Mittelschiff muss eine Normalhohe von 150 F. erreichen, 
im November des genannten Jahres zeigte es sich aber, dass der 
auf 96 F. gediehcne Bau bis zur Vollendung zehn bis zwölf Jahre 
gleiche Arbeit in Anspruch nehmen müsse. Vierhundert Arbeiter 
waren damals beschafliget, bis endlich die sogenannten glorreichen 
Märztage des Jahres 1:548 die Zufuhr schmälerten. Dennoch er- 
streckte sich imNoveinber bereits ein Nothdach über das Langhaus 
und die Iiruuzschiffe. Auch waren die von Küni; Ludwig von 
Bayern geschenkten prächtigen Glasfenster eingefügt. Das Dom- 
blatt vom December 1843 enthält den Rechenschaftsbericht Zwir- 
ner's über die Fortschritte des Baues, und die seit 18155 verwen- 
dete Summe von 600,000 Thl. 1m Spätjahre 1333 war in Cöln ein 
Fest zur Erinnerung an die 1000 jährige Gründung des Deines. 
und Gott gebe es. dass die Vollendung des grossen deutschen Na. 
tionalsverltes nicht weitere hundert Jahre in Anspruch nehme. Diese 
steht indessen nicht zu erwarten, da bis Ultimo 1851 für die ver- 
liiiltnissmässig geringe Summe von 1,000,g09 Thl. schon Grosses 
geschehen war. Der König von Preussen hatte allein 522,000 Thl. 
gegeben. 
Zwirner erbaute auch die Apollinariskirche zu Remagen im 
gothischen Style. Diese Kirche liess der Graf von Fürstenberg- 
Stammheim auf der Stelle einer alten Wallfahrts-Gapelle erbauen, 
und von Meistern der Diisseldorferschule mit Fresken verzieren. 
Vgl. deutsches Iiunstblatt 18510, S. 33g. Im Jahre 4844 fertigte er 
den Plan zu einer protestantischen Kirche in Cüln, welcher 1846 
genehmiget wurde. Er wählte bei dieser Kirche den alt-christli- 
chen Basililienstyl. In Coln sind auch mehrere Privathiiuser nach 
seinen Plänen errichtet, so wie das Casino in Diiren. Als Haupt 
der modernen Cülner-Bauhiitte wurde der berühmte Meister auch 
bei anderen Batiunternehmungen zu Rathe gezogen. So lud ihn 
und Dr. ßoisseree 181151 die Hamburger-Baukommission ein, um 
die eingelieferten Bisse zur Nicolailairche zu begutachten. Später 
musste cr die Thürme der Gotlehardisltirche in Hildesheim unter- 
suchen. lm lriunstblatt 18-14 lesen wir von dem feierlichen Em- 
pfange, welcher dem Künstler auf einer. Reise nach Belgien und 
Frankreich überall von den Iiunstgenossen bereitet wurde. Auch 
die liunstaltademien beehrten den lYlcistcr mit Diplomen, Sein Bö- 
nig ernannte ihn 18412 zum k. preussischeti Piegierungs- und Bau- 
Rathe, und 18718 ertheilte er ihim den rothen Adlerorden mit der 
Schleife. 
Bezüglich des Cülner-Domes erwähnen wir noch folgende Werbe 
von Zwirner: 
Vor allein ist das Cölncr Domblntt zu nennen, da es.amt- 
liche Mittheilutigen des (Zentral-D0mb.au-Vereines enthält, mit ge- 
schichtlichen, artistischen und lit. Beiträgen, herausgegeben vom 
Vorstande. Iiöln 1844, 5- 4- 
        

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