Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829070
Zurbnraxl , 
Francisco. 
fiihrerischen Taillen und versengenden Augen seyn, so dass m, 
ihren heiligen Genossen den Sieg ganz unmöglich machen würde-m 
Selbst die Madunneu mit Strahlenkronen sollen oft niedriger, im- 
mer irdischer Abstammung seyn, so dass Morales dem Zurbaran 
gegenüber wirklich den Beinamen el Divino verdient. Allein man 
muss einen ltiinstler, wie Zurbaran, immer von jener lilClllUllnv 
aus betrachten, welcher er gefolgt ist. Fiir den Charakter Stille:- 
Schule ist nach YVaagen (H. u. Ii. ltöi) ein Gemälde der Stalfurdgn]- 
lerie in London durch das Gemisch von Idealitlit und Naturalismus 
besonders bezeichncltid. Es stellt die Madonna mit dem [iinde auf 
dem Schoosse dar, welches sich liirchteud mit den Hiitiden w", 
dem Vogel ahwendct, den der kleine Johannes hinhiilt. Der liopf 
der Maria ist von feiner: edlen Ziigen, und dabei in tlem dunklen 
Haar, den IIiCKlCFgCSClÄlIIgCIIGII. Augen ganz eigenthiimlich. Da- 
gegen hat der Johannes etwas Gemeines, Portraitartiges, währenq 
in den (icwandern ein reiner. idealisetier Geschmack herrscht. Ein 
Teller mit Ai-pfeln ist in seiner YVahrheit wieder ganz naturali- 
stisch. Im Colorit steht das Bild sehr hoch, das Fleisch des Christ- 
kindes ist von grosser Zartheit und mit correggesken Reflexen, die 
Gewänder sind von grosser Wahrheit und Gluth, das Ganze von 
treiflicher Haltung und Harmonie. Bilder dieser Art werden sich 
häufig von Zurbaran finden, und daher ist der Künstler in dieser 
Richtung ebenso merkwürdig, wie ein anderer in der seiiren. A" 
Energie in Autfassungjtreuger Charaktere, an YVahrheit und Glntl, 
der Farbe werden ihn nur wenige erreichen, und in dem, was 
man Hclldunkel nennt, kommt ihm kein anderer Spanier gleich. 
Die Aufzählung der VVerke dieses Meisters und Angabe des 
Standortes ist jetzt mit Schwierigkeit verbunden, da die letzten 
Dccennien in Spanien grosse Veränderungen verursacht haben. Eine 
Menge von Gemälden sind unter Louis Philipp ins spanische Mm 
seum nach Paris gewandert, und früher schon hatte Marschall 
Soultr für sich gesorgt. Louis Philipp erhielt durch seinen Cum 
missionär Baron Taylor fünfzig grössere und kleinere Gemälde vgn 
Zurbaran. Viele stellen Mönche und Martyrer vor, darunter zwgi 
in vveissen Gewändern von unerreichbarer Schönheit. Ein Meisten 
werk ist auch das Gemälde mit St. Franz und Dominicus, wie sie 
sich zur Herrschaft der Welt verbinden. Ausgezeichnet ist auch 
ein Bild der Judith mit dem Haupte des Hulufernes, das sChÖnste 
spanische Weib, welchem der Künstler einen abgemagerteti wüsten 
Nlönctisltoid zu tragen-ugab. Zu den Nleisterwcrlten des spanischen 
lWluseums in Louvre gehört auch ein kniender iVlonch vor ilem 
Todtenkopf. In der Gallerie des Nlarstrhall. Soult ist heben zwei 
Mönchen und einexu Bilde des heil. Andreas, ein Engel Gabriel 
mit einem wahrhaft himmlischen liopfe. 
Spanien ist noch immer reich an Werken Zurbaraiüs, l105un_ 
ders Sevilla. Hier malte er 1635 liir die Cathedrale ein grosses 
Bild des heil. Petrus auf dem Throne, welches sich noch in  
Capelle desselben befindet. Das Hauptwerk in dieser Cathetlrnlf. 
ist aber die Emptiingniss lVlariii, und von grosser Ausdehnung.  
berühmte Gemälde mit St. Thomas von Aquiu, ehedem im Colle- 
gio S. Toma daselhst, ist jetzt im Museum zu Sevilla. Der Heiliwe 
sitzt auf einer Wolke, tinigeben von den Iiirchenvätern, und 15h 
ten sind Nlünche in Verehrung versammelt. Dieses Gemälde iQt 
wirklich zu bewundern, und gibt die höchste Meinung von dem 
Talente des Künstlers. Ein anderes Bild dieses PYUViIIClEIl-IYIQ_ 
seum; stellt die Madonna dar, wie sie Carthäuser mit ihrem Man- 
tot-schützt. Es stammt vielleicht aus der Carthatise von St. Maria
        

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