Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1828407
Zimmermann , 
Clemensß- 
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rung der Cartons für die Ottonische Geschichte, welche in Teppi- 
chen dargestellt wurde. Baron von Haller in Nürnberg bcsass bis 
1341 einen ausgetuschten Feclerumriss mit dem Sturze des Saulus, 
und der Beischrift: Christollfel Zimmermann mach diss zu gueuep 
gedechtnus in München Anno 1598, hl. 4. Es finden sich auch 
noch andere historische Zeichnungen von ihm, Wübßl er öfter Cum- 
positionen von Dürer benutzte. Sie tragen ein Dlonogranim, Die. 
ser Künstler war noch 1620 in München thätig. Er fChemt auch 
einen Iiunsthandel getrieben zu haben; denn auf Iladirungen von 
Barth. Reiter steht: C. Zimmermann exc. 1615. 
Zimmermann, ClemenS, Historienmaler und Direktor der k. Cen- 
tral-Gallerie in München. wurde 1738 (den ll. Nov.) zu Düsseldorf 
geboren, und betrat schon in seinem zehnten Jahre die Bahn der 
liunst, obgleich damals noch die wissenschaftliche Ausbildung ei- 
nen Theil der Zeit in Anspruch nahm. P. v. Langer, Direktor der 
Düsseldorfer Akademie, ertheilte ihm Unterricht in der Malerei, und 
diesem Meitser folgte Zimmermann 1803 nach München, wo er 
an der Spitze der ersten Schüler der neu gegründeten Akademie 
Stalld- Von Liebe zur Kunst beseelt, und bei strenger künstleri- 
scher Besonnenheit erregte er bald Aufmerksamkeit, und bei der 
ersten Ausstellung 1312 gehörte sein Gemälde mit Merkur und 
Argus zu den schönsten Leistungen der Schule. Noch grösserc 
Auszeichnung wurde ihm aber 1814 zu Theil, indem er die Preis- 
aufgabe löste, welche das Opfer N0ah's nach der Siindiluth zum 
Ge enstande hatte. Gleichzeitig brachte er ein treffliches Oelge- 
mäifile zur Ausstellung, Theseus und seine Mutter, wie sie diesem 
von den Tliaten des Vater serzählt. Die Figuren sind im Geschmacke 
der Antike gedacht und gezeichnet, erscheinen aber, wie in jener 
Zeit oft geschah, nicht statuarisch, sondern in Lebenswärme iii 
heiterer Umgebung. Auch viele Bildnisse malte der Iiünstlcr, wo- 
durch er schon fruh in Auffassung und Darstellung der verschie- 
densten Charaktere Uebung gewann. 
Ausgerüstet mit allen technischen Mitteln, und wie wenige 
andere Iiiinstler geeignet, den Wirkungskreis eines Lehrers zu be- 
treten, ernannte ihn König Maximilian I. zum Professor der Kunst- 
schule in Augsburg, und übertrug ihm zugleich die Leitung der 
 Anstalt. Es war damals eine neue Einrichtung der Lokalität noth- 
wendig, so dass der Künstler die Zwischenzeit zu einer längst er. 
zehnten Reise nach Italien benützen konnte, indem ihm der König 
eine bedeutende Unterstützung zufliessen liess. Zimmermann stu- 
dirte jetzt mit Begeisterung die Werke RafaePs und seiner Schule, 
und sein angeborner Sinn für Schönheit der Form und für Epische 
Charaktere hielt ihn fern von jener alt-deutschthümlichen Rich- 
tung, welche damals_weit_verb_reitet war. Viele seiner schönsten 
Schöpfungen tragen einen idyllischen Charakter, und zeugen von 
einer heiteren Lebensanschauting. _D_as gemiitliliclie, seelenvolle 
Element herrscht auch in seinen religiösen Bildern vor, da ihm, 
wie im Leben, so auch in der Kunst starke leidenschaftliche Er- 
regung fern ist. Sein Sinn ist mehr auf das Liebliche, Seelen- 
volle gerichtet, und desswegen machen Zimmermanms Werke den 
wolilthuendsten Eindruck, da sie sich auch durch eine lebensvvarine, 
zarte Färbung auszeichnen.   
Im Jahre 1317 kehrte der Künstler an seinen Bestimmungsort 
zurück, und theilte fortan seine Zeit mit dem Unterrichte und 
der Ausübung seiner Kunst. Sein erstes Werk, welches er nach 
seiner Riicltkehi- aus Italien iii Augsburg ausführte, ist eine lieb-
        

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