Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1828201
Zevio , 
Aldigieri 
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den Antichitä Ercolane I. 7., in Millirfs Gall. znythol. 450, und im 
hrluseo Horbon. IX. 53. Auch ein Bild des gebundenen Marsyas 
ist von ihm bekannt. Von der Strafe des letzteren spricht Plininß 
(Marsyas religatus), und auch Philostretus der Jüngere II. scheint 
dieses Bild im Sinne zu haben. Darnach ist vielleicht (las Gemälde 
aus Herculanum , abgebildet in den Antichita Ercol- lI- 10. Auch 
auf Vasengemäldcn (Tischheitt IV. 6, Milliifs Gall. Injthol. 26, 79), 
Gemmen u. s. w. kommt Apollds Strale an Marsyas vor. Vgl. 0. 
Müller, Archäologie S. 524. Zur Zeit des Plinius war das Bild des 
gebundenen Marsyas im Tempel der Concordia zu Ptom. _l)a_nn 
wissen wir auch von dem Bilde eines Fechter-s, welches vorzughch 
gelungen war. Zeuxis schrieb daher darunter. es sei leichter ihn 
zu beneiden, als nach zu ahmen. Die Agrigentincr wollten eine 
Venus von ihm, und der Maler verlangte, dass man alle Miid- 
chen der Stadt verführe, um die schönsten auszuwählen. Funf 
derselben behielt er zuriick, um ihre Schönheiten in einem Ge- 
mälde zu vereinigen. Dem Könige Archelaos schenkte er das Bild 
des Pan, weil er es für unbezahlbar hielt. Allein dieser König hatte 
ihm für die Dccoration seines Palastes 1100 Minen bezahlt, und 
Zeuxis war inzwischen ein reicher Mann geworden. Auch den Agri- 
gentinern schenkte er ein Bild der Alcmene aus demselben Grunde. 
Plinius riihmt ferner ein Bild der Penelope, in welcher sich Schön- 
heit mit Bescheidenheit paarte, und Aristophanes, Achar. IV. 5, 
wciss von einem mit Rosen bekränzten Cupiclo, welcher im Tem- 
pel der Venus zu Athen war. Andere Gemälde des Künstlers stell- 
ten den Menelaos, den Boreas und einen Triton dar, vor allen 
geriihmt aber war seine Centeurenfamilie, eine reizende Zusam- 
menstellung, in welcher auch die Verschmelzung von Mensch und 
Boss, und die Genauigkeit der Ausführung bewundert wurde. Im 
florentinischen Museum ist eine Gemme (M. F. l. 92. 5), welcher 
dieses Gemälde zu Grunde zu liegen scheint. Die Bilder der Musßß 
wurden nach Rom gebracht, wo überhaupt in der späteren Zeit die 
Werke des Zeuxis zusammenflossen, sowohl in öffentlichen, als in 
Prwatgebätiden eine Stelle fanden. Nach Marcus Victorinus. wel- 
cher in der Mitte des 4. Säculums n. (Ihr. lebte, waren damals 
noch Bilder vorhanden, die demnach mehreren Jahrhunderten ge- 
trotzt hatten. 
Zeuxis soll auch in Thon modellirt haben, wenn nicht der 
Plßstilier bei Plllliüä XXXlV, 8, der Schüler des Silatiion, darunter 
Z1! verstehen ist. 
 Den Tod des Meisters schreibt man einer seltsamen Begeben- 
heit zu. Er soll nämlich die alte hässliche Hecuba mit einer sol- 
chen lächerlichen Miene dargestellt haben, dass er sich später bei 
der Bßlfälllllllllg des Bildes selbst zu Tode lachte. Plinius dachte 
vielleicht auch, wie seine modernen italienischen Landsleute: Si 
non e vero, e bene trovato. 
. , . . 
ZCVIO; Aldlgleü daik): _Mnler Von Zevio im venetinnischen Ge- 
biete, wird von Vasari 1m Leben des Vittore Carpaccio LXXX- 
erwähnt, und jenen alten Iiiixistlern angereiht, Welche Geist, Ur- 
lheil und Erfindsanikeit besaßen. Seine Lebenszeit bestimmt Vasari 
nicht, Lauzi setzt ihn aber um 1582. Der erst genannte Schriftsteller 
sah noch Malereien von ihm im Palast: der Herren della Scalil 
,zu Verona , in deren Auftrage Aldigieri die Belagerung von Jeru- 
  
 M?! lßlßißißhel" Umwandlung Altichcrio genannt. C1311" Wahr- 
scheinlich Aldighicri. Vgl, Sclxorxfs Ucbersetzung den Va- 
san II. 2. S. 407.
        

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