Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1828123
Zenale , 
Bernardo. 
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zßnalc, 3011181110, Maler aus Treviglio  war Schüler des älteren 
Vinc. Civerchiu, wie Lümallü (Trlitllltü -H P- 31?) behauptet, C1- 
ner früheren Angabe entgegen, wu er ihn zum Schüler (leg KOPF; 
sen. in Mailand macht. Civerchio blühte in T-reviglio, und blieb 
daher sicher nicht ohne EinHuss auf unsern Künstler, wie auch 
die Wandmalereien beweisen, welche Zenale mit Buttinone in der 
Capelle des heil. Ambros in S. Pietro in Gessate zu Mailand aus. 
geliihrt hatte, zu einer Zeit (1404), in welcher Civerchio daselbst 
das Leben des heil. Anton malte. Die Bilder der genannten Mei- 
ster haben mit jenen Giverchiifs Verwandtschaft. Sie stellen Mo- 
mente aus dem Leben der Maria dar, und sind noch ganz in der 
alterthiiinlichen Manier des 15. Jahrhunderts behandelt. Später 
schloss aber Zenale mitLednardo da Vinci Freundschaft, und jetzt 
suchte er sich die liunstweise des Letzteren anzueignen. Diese: 
beweiset ein Temperabild in der Brera zu Mailand. Es stellt die 
heil. Jungfrau mit dein ltiinde vor, über welche zwei Engel die 
Krone halten. Üie Kopfe und die Bewegungen dieser Figuren er- 
innern an Lepnarclo, weniger die zur Seite stehenden, etwas ge- 
drungenen Figuren der vier Hirchenväler. Diese Gestalten sind 
aber von ergreifenden: Ernst, und beurkunden einen ausgezeich- 
neten Meister. lm Vor runde kniet Lodovico il Moro mit seinen 
Gemahlin Beatrice und seinen beiden Sühnchen. Die Portrait- 
ligureh sind von grosser Naturtreue, aber etwas derb in der Auf- 
fassung. Die Modellirung ist sehr durchgebildet, das Colorit et- 
was bräunlich in den Schatten der Carnation, weisslich in den 
Lichtern. Die Gewänder schmücken noch häufige Verzierungen in 
Gold. Wie sehr indessen des Leonardo Art und Weise; vorhefrikcht, 
bezeugt der Umstand, dass das Bild längere Zeit fur ein Werk 
desselben galt. 
Von den verschiedenen in Mailand ausgeführten Werken des 
 Künstlers hat sich nur noch das Bild eines Johannes des Täufers 
mit dem Donator Grafen Gaspare Viinercati erhalten. E: befindet 
sich in der Sakristei von S. Itlaria delle Grazie. In dieser Kirche 
war zu VasarPs Zeit auch eine Auferstehung Christi niit schönen 
Verkürzungen, und Lanzi sah in S._Siinpliciano eine Verkündig- 
ung mit täuschender Architektur. Diese Gemälde sind nicht mehr 
vorhanden. aber besser verschleppt als vernichtet. In St. Agama 
zu Brescia ist ein Gemälde, welches Brognoli dem Zenale, andere 
dem Calisto da Lodi zuschreiben. Es stellt in der Mitte SLAgjatha 
am Kreuze, und zu den Seiten je zwei Heilige dar. Sollten sich 
nicht noch mehr Werlie VQD ihm finden, so ist es unmöglich, sich 
einen anschaulichen Begrilf von dein Entwiclslungsgange diese; 
ausgezeichneten liiinstlefs zii machen. Vgl. PassavanUs Beiträge 
zur Geschichte der alten Malerschulcn, liunstblatt 1838, Nr. 61 
 Loniazzo sagt auch, dass Zenale Tralttate uber die Perspektive 
und die Verhältnisse des menschlichen Horpers geschrieben, und 
sie 1524 seinem Sohne zugeeignet habe. Als iikrQlblbßlÄll war er für 
die lgiirche St. Maria zu Bergamt: thatig. '_I_'assi (Vitc de' Pittori  
Bergamaschi II. 87) ersah aus Piechnungsbuchern, dass der liünst- 
ler 1520 und 1525 um sein Gutachten wegen des Baues des Chures 
und eines zu fertigenden Altares in Kupfer befragt wurde.  
Zenale starb 1526, Q0 Jahre alt. 
i") Vagägi nennt ihn Bcinardo da Trevio, einen berühmten 
Zexchuer und Ingenieur, der zur Zeit Bramautak in Mai- 
land lebte, wo er mit L. da Vinci in Berührung kann. 
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