Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1828035
den inneren Seiten der 55 F. hohen Flügel zeigt sich die Anbetung 
des Jesuskindes im Stalle und die Darstellung im 'l'e1npel vui, 
Landschaften umgeben, und sind sie geschlossen sieht man die 
heilulungfrau vor dem Betpulte in der Kammer, wie sie sich gegen 
den Engel wendet, welcher auf der anderen Seite im faltcnreiehen 
Gewande mit dem Stabe in der Hand seine Botschaft verkünden 
Diese Figuren sind in grossartigem Style gezeichnet, und gehören 
zu den schönsten VVerhen der deutschen liunst. An der durch- 
laufenden Altarstadel erscheinen die lebensgrusscn Brusthilder des 
I-Ieilandes und der Apostel auf Golclgrund, charaktervolle, trellligh 
gemalte Köpfe. Auf der Hinterwand des Altarkastens sieht man 
das Schweisstuch von zwei Engeln gehalten, und zwischen rei- 
chen Araheslsen von grünem Laubwerk das Bildniss des Malers 
mit einem Schriftbande, auf welchem steht: Das WVerk hat gm 
macht bartholome zeitblom maller zu Ulm 1.197. Eq_ 
Manch, ein um die Erhaltung und Erforschung alter Iiuxistwerhü 
hechveidienter Mann, hat diese Bilder 1827 gezeichnet, und die 
Nachbildungen dem Verein für Kunst und Alterthuru in Ulm und 
Oberschwaben überlassen. Im Jahre 1845 wurden sie auf Husten des 
Vereins in fünf Blättern lithographirt, mit dem Bildnisse des lYIm 
lers, gr. ful. Dieses schöne Werk verdient den höchsten Beifall (im 
liunstliebenden Publikums, sowie der Verein auch um die Erhaltunn. 
des Altares sich Dank erworben hat. Im Verlaufe der Zeit hatte?! 
sich Stücke von Farben abgeblättcrt, so dass das YVerk dem VQ1-_ 
derben entgegen zu gehen drohte. Cunservator Eigner m Augsbur... 
hat es 18,17 meisterhaft restaurirtd). b 
Die gleiche Stufe der künstlerischen Ausbildung zeigt aue], 
das unverkennbar von Zeitblom gemalte Altarvizcrlt in der lilesteh 
kirche zu Adelberg. Es hat denselben Gegenstand an der Staffel, 
leider geht aber durch den Iiopf des Heilandes eine viereckige 
Oelfnung. Auf dem Inneren der beschädigten Flügel 1st die Ver- 
kiindigung und die Krönung der Maria , beide Bilder von hoher 
Anmuth und Vollendung. In der benachbarten Iiirchc von Huuds. 
holz ist eine Staffel mit den Köpfen des Heilandes und der Apih 
stel , welche von einem tüchtigen Schüler Zeitblonfs gemalt seyn 
könnte. 
Im Pfafrdßrfe WVippingen auf der Alp einige Stunden von Ulm 
ist ein interessanter Altar von 1505, welcher nach E. Mxiuch von 
Zeitblom seyn könnte. In dem geöffneten Schrein ei-bliclat man 
die fast lebensgrossen bemaltenzI-lolzbilder der Maria mit dem 
Binde, St. Matthäus und Jacobus. Auf dem Stalfelbilde liegt schla- 
fend Abraham, aus dessen Brust ein starker Ast seine Zweige illls- 
breitet, die in Blumenkelche enden. Aus diesen entsprungen die 
Brustbilder der Nachkommen Abrahams mit HIPCIZHNEHIICH auf Bälh 
dern. Der Flügel linlas zeigt das Opfer der drei homge, und rechts 
ist die Flucht nach Aegypten dargestellt. ltuf den geschlussene-l, 
Flügeln sieht man St. Sebastian und St. Christoph. Diese vortrcß; 
liehen Bilder, durchaus "auf Goldgrund, sind eines Zcitblom voll- 
kommen würdig. 
 
 Im Schreinc dieses Altares stand einst eine fünf Fuss hohe 
Marmorstatue der Madonna mit dem Rinde, welcher Wim- 
derkraf: zugeschrieben wurde. Jetzt ist diese Statue im Ar- 
chive zu Sundhciln. Sie wurde durch Hu]zbildei' ersut-LL 
Maria mit dem Iiinde steht zwischen St. (Jatharina und Bali- 
bam.
        

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