Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1827927
Zcghers 
oder 
Zegerß , 
I-Ierkules. 
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gan Künstler, welche bei allen Verdiensten keine Anerkennung 
finden, und statt Fleisch kaum Salz zum Brode erwerben konnten. 
S. Hßßgstraaten (Inleyding tot de houge school der Schilderkunsl. 
Botterdam 1678, p. 512i) erzählt von Zegherrß Unglück, wie dem. 
gcistrelehen und strebenden liünstler bei unermüclctem Fleisse 
heiß Stern leuchten wollte, und er ein zweiter Midas im Ueberfluss 
Seiner liunstschätze darben musste. Seine Werke sind aber sehr 
selten geworden, da man sie dem Verderben preisgab. In Ilem- 
brandfs Cabinet befanden sich verschiedene Landschaften in Oel, 
oder vielleicht theilweise Farbendriicke, welche ebenfalls zu Grunde 
gegangen sind. Aus der Sammlung des SepexfPieter Six wurden 
1704 drei I-lauptbilder um 20 fl- verkauft. Im Jahre 1845 wurde 
aber zu Leipzig eine Landschaft in Oel theuer bezahlt. 
Zeghers ist der Erfinder der Kunst, durch Iiupferabdriiqlie 
mit mehreren Farben Gemälde nachzuahmen. Er ätzte die Platte, 
und druckte dieselbe auf Lcimvand oder auf mit Oelfarbe grun- 
dirtes Papier ab. Hierauf iiberging er sie mit Oelfarben zum wei- 
teren Drucke, und nach einigen Oelretouchen auf dem Abdru- 
cke kam ein Bild heraus, welches einige Aehnlichlieit mit der 
neueren Lithuchromie hatte. Doch fertigte der lliinstlcr auch viele 
Abdrücke von der reinenPlatte, welche in Zeichnung und Be- 
handlung an die älteren holländischen Landschalter, als A.Mirou, 
JJlIuinpc-r, Saftleven etc. erinnern. Nur der Baumschlag ist nicht 
gelungen , und alterthiimlich, so dass seine Tannen und Fichten 
an jene von H. S.Lautcnsaclt und Llirschvogel erinnern. Dadurch 
ward lleineclte veranlasst, einige Blätter von Lautensack dem Zeg- 
hers zuzuschreiben. Diese Blätter, meistens Landschaften mit wei- 
ter Ferne ohne alle Priitensiun der Nadel, gehören aber zu den 
geitstrcichsten Erzeugnissen ihrer Art, und 'sind im schwarzen Zu- 
stande jetzt äusserst selten, da er immer Versuche machte, durch 
Oelfarben ein Bildchen hervor zu bringen. Er fand aber mit dic- 
sen Versuchen nicht einmal Beschauer, noch weniger liätifer, und 
auch seine Badirungen blieben unbeachtet. Die Kupferdruclter 
brachten ganze Körbe voll seiner Abdrücke in die Hramläden, und 
Verltaulten sie als Makulatuiypfuntlweise. Der arme llrlann konnte 
nicht so viel erlösen, um Leinwand zum Farbendruche zu kaufen. 
Er leerte daher den Kasten seiner Frau, wofiir ihn diese bei al- 
lem Unglücke mit Schimpfreden iiberhäufte. Endlich ätzte und 
stach er eine Platte mit allem Aufwande seiner Kunst; allein laein 
liunsthäncller wollte sie kaufen, und man gab ihm den Bescheid, 
mit seinen Waaren nach der Vogtei des Zuchthauses zu gehen, 
wo die Ziichtlinge seine Blätter für die Matrosendosen umformen 
könnten. Diese Schmach konnte aber der arme Mann nicht ertragen, 
und zerschnitt die Platte nach wenigen Abdriichen. Nach seinem 
Tode bezahlte .man für jeden derselben 16 Dukßlßn, wie I'll-wg- 
straateu versichert. Zeghers. erreichte lsein hohes Alter. Um sein 
Unglück zu erleichtern ergab er sich zuletzt dem 'l'runlte, und ver- 
lOPtllUTCll einen Sturz von der Treppe das Leben. Das Todesjahr 
ist nicht bekannt. Basan ist weit in lrrthume, wenn er 1741 als 
solches nimmt. Hoogstraaten zählte ihn schon 1698 Zll den Tüdteß- 
Üeber die äusserst seltenen Blätter dieses unglücklichen Künst- 
lCFS gibt Inspektor Frenzel im Kunstblatt 1820 Nachricht. In der 
lt. tiupferstich-Sammlung zu Dresden sind deren lsl Slüßliß, Wal" 
ehe einst Lloubraclten besass. Darunter ist ein Abdruck von sei- 
m) Aus diesem Werke entnahmen IJ. C. Weyerman 
. camps ihre Nachrichten über Zeghers. 
ixnd Des-
        

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