Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1827470
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Zampieri , 
Domenico. 
logen wird ihm auch ein Gemälde mit Ismael und Hager, und T;_ 
moclea vor Alexander zugeschrieben. Das letzte Bild ist wahrschein- 
lich Copie nach jenem in Louvre. 
In der Gallerie zu St. Petersburg ist jetzt auch das berühmte 
Bild des begeisterten Johannes, welches F. Müller gestochen hat_ 
Zu jener Zeit (1808) besasn es Fromann in Stuttgart, aus dessen 
Sammlung der k. russische Oberjägermeister Fürst Narischkin das- 
selbe erwarb. Von diesem kaufte Kaiser Alexander das Bild um 
60,000 Rubel. Narischkin behielt eine schöne Copie, welche einei- 
seiner Leibeigenen für 25 Rubel fertigte. In Castle Howard ist 
bekanntlich dieselbe Darstellung, welche aus der Gallerie Orleans 
stammt. S. 195.     
Auch in England sind Bilder von Domimchnno, dann 
Standort erst 1858 durch Waagen (Kunstwerke und Künstler E110- 
lands I. II. a. v. St.) genauer bekannt wurde. In der National). 
qallerie ist das Gemälde mit Erminia bei den Hirten, im Geiste 
Taslcfs aufgefasst. Es kam unter dem Namen des An. Carraqci 
aus Italien nach England, und wurde _von Angerstein für die Ga1_ 
lerie erkauft. Die jungfräuliche Schüchternheit der Erminia, die 
Aufmerksamkeit des alten Hirten, die Verwunderung der lieblichen 
Kinder, die blühende Färbung und die heitere Landschaft sind 
sehr ansprechend. Dann sind noch vier andere landschaftliche 
Bilder in der Nationalgallerie. Sie sind in der Weise des An.- (Zar- 
racci behandelt, und mit historischer Staffage versehen, welche 
eine bald mehr bald minder bedeutende Rolle spielt. In eine, 
Morgenlnndschaft aus dem Palazzo Colonna sieht man Tobias, weh 
chem der Engel sagt, was er mit dem Fische anfangen Süllw Die_ 
scs Bild ist sehr geistreich und von grossem poetischen Reiz.- Ein... 
sehr reiche Landschaft aus der Sammlung Carr zeigt den Kampf 
des Ritters Georg mit dem Drachen, we cher freilich auf einem 
sehr lahmen Streitross sitzt. Anziehend ist aber die schöne 3m 
leuchtung, die Klarheit und Helle des Tons und die für DominL 
chino seltene Ausführung. Eine andere Landschaft von kriifti... 
harmonischer Wirkung, und die Steinigung St. Stephans vorstet 
lend, ist in der Composition zufällig, zerstreut und arm. _Die,e 
Bilder stammen aus der Sammlung Carr, und die Steinigung könnte 
dasjenige seyn, welches Mr. le Brun in faris besass. Elise Lingge 
hat dieses für Landon's Werk im Umriss radirt. Ueberdiess ist 
in der Nationalgallerie noch eine Landschaft aus dem Palast AL 
dobrandini in Rom. Sie zeigt den heil. Hieronymus mit einem 
Engel, ist hart in den Umrissen, dunkel und schwer in der Fai-bm 
Das größte dieser erwähnten Gemälde ist jenes der Erminia, die 
anderen sind klein. 
In der Sammlung des Herzogs von Devonshire ist ein Bild 
der keuschen Susanne. welches im Ganzen mit dem grossen Bilde 
in München übereinstimmt. Es ist sehr fleiisig In einem warmen 
tiefen Ton gemalt. Ein zweites Gemälde dieser Sammlung zeiei; 
eine graziöse weibliche Figur auf Wolken. Nach einer älteren Nä 
tiz war im Gabinet Devonshire auch ßin Gemälde mit Adam und 
Eva, welches Tardieu gestochen hat. 
In der berühmten Bi-idgewater Gallerie, welche durch 
den Marquis of Stafford an Lord F. Egerton über-ging, sind seqh, 
Bilder von Dominichino. Da sieht man die Kreuztragung aus .3" 
Gallerie Orleans, Welche bei vißlßh Schwächen doch zu den vor, 
ziiglichsten W ken des Künstlers gehört. Christus ist zwar edel 
aber schwächliäi, und die Pnrnposition hat etwas Zufälliges. 13;; 
Färbung ist von grosser 1- i-uche und Klarheit, und die Ausfiih-
        

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