Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1827457
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Zampieri , 
Domenichino. 
ren zu den schönsten Werken aus der Zeit seines Aufenthaltes in 
Neapel. Sie gaben aber den Aufsehern der Capelle Ursache zu;- 
lilage, da die Wandgemälde unberücksichtiget blieben, und zu. 
letzt steigerte sich die Furcht des Künstlers vor seinen Feinden 
in dem Grade, dass er heimlich aus Neapel floh. Erst nach einer 
weitschichtigen Unterhandlung 'n Rom, und unter Versprechungen 
verschiedener Art kehrte der liiiinstler 1636 wieder nach Neapel 
zurück, wo man inzwischen seine Frau und Tochter verhaftet, und 
das Vermögen desselben sequestrirt hatte. Die unsäglichen Intri- 
guten aber, welche dem Künstler gespielt wurden  lähmten ihn 
et der Arbeit  und brachten ihn fast zur Verzweiflung. Ei- 
traute zuletzt nicht einmal der eigenen Gattin mehr, und bereitete 
sich aus Furcht vor Vergiftung die Nahrung selbst. In solcher Pein 
verlebte der Künstler drei Jahre, bis er endlich 1641 unterlag, 
nicht ohne Verdacht einer Vergiftung. Passeri sagt, dass die Frau 
des Künstlers behauptet habe, es sei ihm Gift ins Wasser gebracht 
worden. Sein Leichnam wurde in der erzbischöflichen Kirche lu 
Neapel begraben, und G. B. Passerini hielt bei der Todtenfeier in 
der Akademie S. Luca zu Rom eine Gedächtnissrede. Ausser den 
vielen Zeichnungen und Skizzen belief sich das Vermögen des 
Künstlers auf ungefähr 20,000 Scudi, deren G. Reni oft in einer 
Nacht verspielte. 
Bisher haben wir nur die Frescomalereien und einige andere 
öffentliche Werke des Künstlers aufgezählt, es finden sich aber 
auch in den Gallerien viele Bilder von ihm, so dass man nicht 
sagen kann, dass der Künstler so langsam gearbeitet habe, wie die 
früheren Schriftsteller behaupten, wohl auf die Aussage seiner Ri- 
valen hin, welche, wie Lnnfranco, dem Dominichino öfters Ar- 
heiten wcgnahmen, indem sie glauben machen wollten, der Kiinst- 
ler könne in Folge seiner Langsamkeit (eher strengen Uebelegung) 
nicht zur gehörigen Zeit fertig werden. 
Italien war von jeher sehr reich an Werken dieses Künstlers, 
im Verlaufe der Zeit aber sind viele der schönsten Bilder in Oel 
in andere Länder gewandert. Wir finden jetzt mehrere in Eng. 
land und Frankreich, und auch nach Deutschland sind Bilder ge- 
kommen, wo sie aber nicht sehr häufig sind. Die berühmten Fres. 
ken in Rom haben wir schon oben in der Biographie des Künst- 
lers aufgezählt, da sie sich nach der Zeitfolge bestimmen lassen. 
man findet aber daselbst auch treifliche Gemälde in Oel. Darunter 
nimmt die Communion des heil. Hieronymus, welche in der vati_ 
kanischen Gallerie bewundert wird, die erste Stelle ein. In der Gal- 
lerie Borghese ist das berühmte Bild der Jagd der Diana, eine 
der lieblichsten Erscheinungen des Künstlers, und voll blühenden 
Lebens. Ramdohr I. 286  ßg beschreibt dieses Gemälde auslühr. 
lich, und überdiess ist es durch Stiche bekannt. Es vereiniget alle 
Vorzüge und Mängel des Künstlers, welrhe_na_mentlich in den 
Gewändern fühlbar werden. In dieser Gallerie 1st auch das be_ 
rühmte Bild der Sibylla Cumana, aber schwach und kalt in der 
 
I) Baglione, Malvasia, Bellori unfl Paflseri entwerfen ein nichts- 
würdigt: Bild von der neapolltanlschan Künstlerzunft, wel- 
che auch dem G. Reni, Cesari und Geui ein -böses Spiel 
bereitet hatte. 
 Die uns bekannten Stiche nach den Malereien in der Cq. 
pellc dcl Tesoro s. untän: St. Januurius beim Ausbruch de; 
Veauv, und die allegorischen Gestalten der Tugenden.
        

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