Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1827414
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Zampieri, 
Domeniclnino. 
allegorischen Darstellungen. Der päpstliche Tesoriere F. X. Canale 
hat das Verdienst. diese schönen Compositionen durch den Stichel 
zu erhalten, da die Gemälde bereits gelitten haben. Die folgende 
Arbeit theilte  Albani mitihm. Dieser musste das Schloss des 
Marchese Giustiniani in Bassano mit Darstellungen aus der Mythe 
der Diana zieren, und er lud den Freund als Gehülfen ein. Die 
Bilder, welche Domenichino gemalt hatte, sind unten im Verzeich- 
nisse der Stiche aufgezählt. Nach Rom zurückgekehrt trat Domi- 
nichino mit G. Reni in Wettstreit, indem ihm der Cardinal Sci- 
pione Borghese den Auftrag ertheilte, die St. Andreaskapelle in 
S. Gregorio architektonisch zu verzieren, und auch ein Bild aus 
dem Leben des heil. Andreas zu malen. G. Reni malte da das be- 
rühmte Bild des Hinganges des Heiligen zum lireuze, und Domi- 
mchino die Geisslung desselben. Beide Werke sind durch Stiche 
bekannt, jenes des Guido hatte aber den Beifall für sich. Nur 
An. Carracci. und ein - altes Weib, soll nach Lanzi aut Domi- 
niehinoü Seite gewesen seyn. Credat Judaeus Apella! Freilich er- 
hielt Guido für sein Bild 400 Scudi, und der arme Meneehino last 
um zwei Drittel weniger. Ueberdiess wurde ihm dieses Bild zur 
Quelle vielen Missvergnügens. Gesetzt aber auch, daß der Künst- 
ler in S. Andrea unterlag, so ging er doch 1614 aus der Kirche 
S. Girolamo alla Carita in Rom siegreich hervor. Für diese liir- 
ehe malte er um den Spottyreis von 50 Scudi das berühmte Bild 
der Communion des heil. Hieronymus, und zwar nach dem Ritual 
der,griechischen liirche. Agostino Curracci hatte in der Certosa 
zu Bolo na eine ähnliche Darstellung gemalt, diess hinderte aber 
nicht, fass schon von kundigen Zeitgenossen, und fortan das 
Werk Dominichinds gerechte Anerkennung gefunden hat. Nur 
 Lanfranco und Consorten suchten den Ruhm des Künstlers zn 
schmälern, und beschuldigten ihn des Plagiats, obgleich Ag. Car- 
racci's Gemälde die Handlung nach dem römischen Cultus einführt, 
und lauter Mönche enthält'). Man erklärt das Bild schon lauge 
neben RafaePs Transfiguration und D. Ricciarelliü Kreuzabneh- 
mung zu den grössten Meisterwerken Bom's. Für die St. Peters- 
kirche wurde dieses Bild in Mosaik gesetzt, und das Originalge- 
mälde wird jetzt in der vatikanischen Gallerie aufbewahrt. Zur 
Zeit Napoleoxrs zierte das Bild das Centralmuseum in Paris, wo 
es gereiniget wurde. 
 Gesetzt auch, dass diese: Gemälde jenem des Ag. Carracei 
nachgesetzt wurde, so ist doch gewiss, dass es den Ruf des Künst- 
lers in und ausser Rom ungemein erhöhte." Der Marchese Gasta- 
guti gab ihm jetzt vor Lanfranco. Guercino und Cesare d'Arpino 
den Vorzug, und lies: durch ihn den berühmten Plafond malen, 
an welchem Ayollo erscheint, wie er mit Hülfe der Zeit die Wahr- 
heit ans Licht bringt. Hierauf lies: der Marchese Matter m sei- 
nem Palaste zu Rom ein Plafondstiick von ihm ausfahren, wo die 
liebliche Idylle von Jakob und Iiahel dargestellt ist." Dann folgten 
die fünf Frescobilder aus dem Leben der heil- cilclllü in ihrer 
Capelle in der Kirche S. Luigi de' Francesi zu Rom, welche von 
Bellori (187  89) und Passeri  20) ausführlich beschrieben 
werden. Auch Ftorillo III. 534 wurde von diesen Bildern begei. 
stert, und er behauptet, Dominichino hebe sich darin selbst über- 
Lanfranco liess durch F. Perrier A. Carrqcciß Bild stechen, 
um das Plagiat nachzuweisen, was aber nicht gelang. Augh 
die Radirung von G. G. Teste nach Dominichino soll m 
dieser Abiicht verbreitet werden aeyn. 
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