Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Witsen - Zyx
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1825336
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1827067
liederlichen Gesellschaften herum. Wo es lustig her ing, war er 
zu finden, sein Witz beleidigte aber nicht selten. Seine Kunst- 
genossen waren häufig die Zielscheibe, und bei solcher Gele. 
genheit erhob er sich auf ihre Kosten. Das Geburtsjahr ist un- 
bekannt, doch war er um 1640 bereits ein Meister von Ruf. Zu 
dieser Zeit hielt sich Ph. Wouverman bei ihm auf, welcher meh- 
refe Bilder in Wynants VVeise ausführte. Man kennt diese an der 
originellen Staffege, welche bei Wouwerrnan vorherrschend ist, 
während dessen Meister die Landschaft zur Hauptsache machte. 
Wynants liess die belebenden Figuren häufig von A. van de Velde, 
Lingelbach, Ostade, Th. van Thulden, F. Hals u. A. malen, ohne 
diese einzugestehen. A. van de Velde und Lingelbach gehörten 
ausser Ph. Wouwerman zu seinen berühmten Schülern, und daher 
ist es erklärlich, warum mehrere Bilder von diesen Künstlern staf- 
firt sind. Das Todesiahr des Wynants ist unbekannt, man weiss 
nur aus dem Harlemer Zunftbuche, dass er noch 1671 am Leben 
war. Wenn daher seine Geburtszeit in das Jahr 1000 oder 1606 
gesetzt, und tÖ17 geradehin als Sterbejahr angegeben wird, so ist 
es nur eine willkiihrliche Annahme. 
YVynants wählte gewöhijich Gegenden mit sandigen Höhen 
und reizenden Waldwegen, liebte auf der anderen Seite auch weite 
Fernen und gewächsreiche Fluren. Besonders schon sind seine 
Vorgründe mit zart ausgearbeiteter Vegetation. Die Baumstämme 
sind unnachahmlich, sei es im frischen Leben, oder in trockenem 
Zustande. Das helle schöne Laubwerk ist weniger natur etreu, 
aber wohlgefällig in den saftigen Sternchen, welche es bilden. 
Wynants Landschaften haben in seltenem Grade jene heitere, kühle 
Frische des Tons, welche das,Wesen der nördlichen Natur so vor- 
trefflich ausdrückt. Hierin ist dieser Meister ganz einzi , und nicht 
minder bevvunderungswürdig in dem harmonischen Sifbertone sei- 
ner letzten Periode. Wenige Landschafter kommen ihm an Wahr- 
heit und Feinheit der Luftperspelttive, an Klarheit und Frische 
der meist kühlen Harmonie gleich. Dabei ist die Behandlung von 
größter Delikatesse, von den Einzelheiten des Vorgrundes bis zu 
den duftigen Fernen sich erstreckend. Seine Landschaften sind 
auch ohne Stalfage reizende, pikante Bilder, aber noch um so 
angenehmer, wenn die genannten liünltler auf geistreiche Weise 
Figuren und Thiere einführen. 
Das Vaterland des Künstler bewahrt nur einen kleinen Thcil 
seiner Werke. In der k. Sammlung im Haag sind zwei Bilder von 
Wynants, und in Rijlfs Museum zu Amsterdam findet man deren 
drei. Die herrliche Landschaft mit Figuren und Vieh von A. van 
de Veldc, welche sich in der Sammlung Saceghem zu Gent befand, 
wanderte 1851 den Weg der Auktion. Hauptgemälde des Meisters 
sind im Museum des Louvre. Da ist jene baurnreiche Landschaft 
mit Jägern, Hirten und Vieh (von A. v. de Velde), welche aus 
Boissefs Sammlung um 10000 Fr. erkauft wurde. Dieses Gemälde 
trägt die Jahrzahl 1668. Ein YVunder von Harmonie, Abtönung 
und liebvoller Ausführung ist nach Waagen (11.11.15. III. O19) die 
Landschaft, wo bei eintretender Dämmerung das Vieh zum Bauern- 
huuse zurückkehrt. Die Staffage hat A. v. de Velde gemalt. Ausser- 
dem ist noch ein Bild im Louvre, Falkenjäger, Hirten und Vieh 
in einer freien Landschaft vorstellend, das reizcndste Gemälde 
von allen. Wie von so vielen holländischen Meistern, so sind 
1111611 von Wynants Meisterwerke in England. R. Peel erwarb 1826 
für 255 Guineen ein Bildchen der feinsten Art.  Die Strasse windet 
ßißll 1111 ßiIwm Lehmhügel hin, und ein Baumstamm ist im Vor-
        

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