Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1830298
WValdmiiller , 
Ferdinand 
Georg; 
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dcre mehrere Werke der italienischen und niederländischen Schule. 
Solche Nachbildungen gingen in den Privatbcsitz über, und wer- 
den noch gegenwärtig hoch gehalten. Auf Schödclbergerts Anre- 
gung machte er auch Studien nach der landschaftlichen Natur, 
und als weitere Resultate seiner Bemühung sind die Copien nach 
J. RnysdaePs und P. Potter's Bildern in der Gallerie des Grafen 
Czcrnin zu betrachten. Durch mannigfaltige Studien nach dem Le- 
ben wurde er endlich zuui Genrernaler, als welcher der liiinstler 
seit einer Reihe von Jahren in Wien das Feld behauptet. Schon 
1820 zogen zwei Bilder die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich, 
Er malte einen türkischen Pfeilenhändler im Caffeehause, welchen 
der französische Gesandte Carainan kaufte, und das zweite Bild 
stellt einen Taglöhner mit seinem Sohne dar, welches in den Be- 
sitz des Apothekers Pfcndler in Wien kam. Diese Gemälde sind 
sehr fleissig vollendet. und des bessten vlämischen lWleisters dama- 
liger Zeit würdig. Ein anderes Bild aus jener Zeit ist in der Gal- 
lerie Esterhazy, das Bildniss eines hundertjährigen Mannes. Fünf 
Gemälde (1822  50) bewahrt die k. k. Gallerie zu Wien. 
Im Jahre 1820 unternahm Waldmüller eine Reise nach Italien, 
verweilte aber nur kurze Zeit in Rom. Iin folgenden Jahre finden 
wir ihiPin Dresden, wo die Schätze der k. Gallerie seine Auf- 
merksamkeit tesscltcn. Zwei berühmte Bilder von J Ruysdael: die 
Jagd und den Kirchhof, hatte er getreu copirt, so wie zwei herrli- 
che Gemälde von Correggio, die Nacht und die heil. Magdalena. 
Von Dresden aus begab sich der Künstler nach Leipzig, wo er 
1321 durch seine Bildnisse Beifall erndtete. Auf der Rückkehr 
nach Wien besuchte er auch München, verweilte aber daselbst nur 
kurze Zeit. In Wien erhielt er so leich den ehrenvollen Auftrag, 
für die Erzherzogin Sophie das Biädniss des liarsers Franz l. zu 
malen, welches so wohl gelang, dass man es durch einen Stich 
von Steinmiiller im weiterem lireise bekannt machte. Die Portrait- 
Mnlerei beschäftigte ihn aber fortan nicht nur mehr in Ncbenstun- 
den, obgleich die Zahl der Bildnisse aus der mittleren Zeit des 
Iiünstlers gerade nicht gering ist. Er malte noch mehrere Mit- 
glieder des k. k. Hofes, und 1856 den liais r in Lebensgrösse. 
Dieses schöne Gemälde ging als Geschenk desselben an das k. 
prcussische Garde-Regiment Iiaiser Franz von Oesterreich nach 
Berlin. Wfir fassen jetzt mehr den Genremaler VValdmiillcr ins 
Auge, da schon von 1523 ab seine Bilder in dieser Richtung zu 
den vollcndetsten Arbeiten gezählt wurden. Sie erinnernan Mic- 
ris, und zeigen ein tiefes Studium der Natur. Die Anzahl seiner 
Genrestiicke ist sehr bedeutend; viele gehören zu den schönsten 
Erzeugnissen der neueren liunst, und sind den eigentlich histo- 
rischen Werken des Künstlers vorzuziehen. Unter diesen nen- 
nen wir eine grosse Kreuzabnehniung von 1844, welche im Kunst- 
hlatt desselben Jahres ZWZH" gebührende Anerkennung findet, doch 
meint der lleferent, dass für solche Gegenstände der gemiithvollc 
und tleissige Genremaler nicht ganz ausreiche. Andere Bilder die- 
ser Art getriiren mehr in den Bereich des religiösen Genres, wie 
seine Wallfahrer vor der Statue des heil. Johannes (1845), WO C5 
nicht ohne Laune und llnmor hergeht. Zu seinen vorziigliclistcn 
Darstellungen ans dem Volkslebcn gehören: das Iiind, ivelchrs 
gehen lernt (1331), dcs Landuianns Ausgan , der liabincr, wel- 
cher ein Mädchen unterrichtet, die Tiroler läauernfamilie vor fit"? 
'l'hüre des Hauses ruhend (1854), die, reisende Betllerlanzilie (1854). 
die fromme" Alte, die ltückkehr des Landmannes von der Arbeit. 
1,11 seiner Familie (18.35), der Hund neben dem Korb voll VYein. 
trauben (13.39), die Uurfschulc (1811  die Nicderösterrcichischß:
        

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