Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1830249
WValch , 
Jakob. 
München ist das Portrait des liaisers Maximilian 1.. halbe Figur 
im Ornate uiit Krone und Scepter, aus der Boissercekchen Samm- 
hing, in Hinsicht des Charakters im Ausdruck eines der vorn-ggf. 
liclisten alten Werke dieser Art. Durch das geöffnete Fenster sieht 
man auf eine Felsengegend, und im 'I'hale breitet sich am Flosse 
eine Stadt aus. An der steilen Anhöhe klettern Gemsen, und  
mit deutet wohl der Maler auf das bekannte Abeniheiier des Kai, 
sers auf der Martinswand bei Zirl, und die Stadt im Thal i_st Inns- 
brucli. Das Gemälde hat eine Höhe von 2 F. C) Z. Kleiner ist 
Walclüs Bild dieses liaisers in der k. k. Gallerie zu YVicn. Er ist 
in jüngeren Jahren mit der Hronc auf dem Idaupwte und in goldß 
ner Rüstung dargestellt. Durch das Fenster im briindc sieht man 
ebenfalls in eine Landschaft, wo Genisen auf Bergen erscheinen. 
und eine Reigerbeiize gehalten wird. Bezeichnet sind diese beid", 
Blider nicht, die Tradition schreibt sie aber dem J. Welch zu, und 
andere fügen bei, dass der liiinstler diesen lsiaiser ui'ter_ gemalt 
habe. In Tyrol findet man allerdings noch mehrere iiililniose dir, 
acs Kaisers. es ist aber nicht zirbestimriien, ob einige dem J_ 
Welch aus Nürnberg angehören, oder ob sie Copieii nach den Pub 
trailen in München und Wien seycn. Das Haiserbild in Nlunehen 
kann nicht vor 150? entstanden seyii, denn erst in diesem Jahre 
erhielt der römische liönig Maximilian den Titel vverwählter riimi, 
scher Kaisern: und er imllte sich in Rom krönen lassen. Maxi. 
milian trägt aber in München die liaiserlsronßi Wßlfhf? "S! 1507 
sein Haupt zieren konnte. Der Künstler durfte den haiser auf sei_ 
nein Jagdsclilosse bei Zirl. der Martinswand gegenuber, gemalt 1m, 
ben. Dieses Schloss ist zwar verschwunden, man Yfßlii aber. das, 
er sich öfters daselbst aufgehalten, und das Vergniigen der Jagci 
genossen habe. Der Blicls durchs Fenster fiel auf die _Mariins_ 
wand, und im lnnthal ahwiirts zeigt sich Innsbruck. Die Lauch 
schaft durch das Fenster des Bildes mit ihren Felsen und der Stadt 
ist wahrscheinlich von jenem Schlusse aufiefasst. verlebte vielleicht 
Walch seine späteren Jahre in Innsbruc , da man nach {500 in 
Nürnberg nichts mehr von ihm weiss? Das liaiserbild in München 
liegt wahrscheinlich auch der Statue des Kaiser: an dessen Denk, 
niiil in der heil. lireuzliirche in Innsbruck zu Grunde. Der [iaL 
scr traf schon zu seinen Lebzeiten Anstalt zur Anlertigung_ seine, 
Grabmales, denn in einer haiserlichen (drhunde von 150g wird de, 
Giessers Steyhan Godl zu Nliihlen bei Innsbruck erwahnt._ Der 
Kaiser starb 1519, und aus der Urkunde von 1520, deren wir im 
Artikel des Gicssers und Bildhauers Georg Sßäßelächrelbef erwähnt, 
haben, geht hervor, dass schon mehrere: vorher am Denkrnaie 
gearbeitet wurde.   _   
In der Galleric zu München ist auch das Brustbild eines Herrn 
von Haller als Walch's Werk bezeichnet. Dieses Portrait finden 
wir noch bedeutender, als jenßä des 11315975, da es in der Car. 
nation weicher und marhigcr ist, als das Kaiserbild. In der n 
Derschaifschen Sammlung wurde ihm das Bildniss eines Ratiw 
herrn Imliuff zugeschrieben. 
 C. v. Murr (Cabinet Praun p. 58) legt dem J. Walch auch 
eine braun getiischte und uiit Weiss gehöhte Zeichnung zu, weil 
sie mit dem Buchstaben W. und der Jahrzahl 1500 darüber b,- 
zeichnet ist. Sie stellt den Ilexensabath vor, in einer figllrenl-ei. 
chen Coinposition. Diese Annahme ist gewagt. Weil WITMWÄI VValt-h 
nur Bildnisse kennen, oder solche ihm zuschreibcnhmusscn. Frü- 
her (Hugleßs Museum 1350 S. 75) wollte man zwar in der k. (ial- 
lerie zu Berlin ein historisches Geriiiildc von KValchvTs Hand erkenne". 
es wird aber jetzt einem Maler aus llllartin Schoifs Schule Zuge-
        

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