Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1830135
WVugncr , 
Otto. 
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zu ltiidigilcrf, Inzwischen malte Wagner auch einige Bilder in 
Oel, welche griisstcnthcils dem heiniathlichen Boden entsnrcsseix 
sind, da die deutsche Natur die italienischen Eindrücke nach und 
nach verdrängte. Die einfache Architektur bot ihm die liebsten 
Gegenstände, welchen er aber einen poetischen lieiz verlieh. Ein Ge- 
mälde aus dieser Zeit, die Ansicht einer Stadt im Magdeburgischen 
bei Blorgencliiiunierung, die mit grossem Beitalle aufgenommen 
wurde, entschied nun völlig seine Richtung. Es wurde ihm jetzt 
lilar, ilass geiniithlich poetische Situationen der Natur und des" 
Lebens das lreld seien, welches er, um seinen Empfindungen 1A! 0M- 
sprechen, zu bearbeiten habe. In diesem Sinne malte er eine Ueber- 
Iäßllwemlnllngsscßllß, den Wintersontagsmurgen in einer Stadt, den 
Christabend, das Dachstiibcheu bei Abenddämmerung. den Abend 
mit einem (Jasthofe in einer Provinzialstadt, dic heimkehrcnden 
Jäger im iVintcr bei Abendhcleuchtung, das Stadtthor bei Mor- 
gcndämnicrung, die Bergstadt bei Sonnenuntergang, den Dorf- 
hirchhof mit der Einsicht in die Kirche beim Gottesdienste, das 
Gebirgsstädtcheil nach dem Gewitter, und, mehrere andere Bilder, 
die in verschiedenen Besitz übergingen. Dann erhielt er auch viele 
Aufträge auf Zeichnungen zum Stiche. Im malerischen und ro- 
mantischen Deutschland sind Prospekte nach seinen Zeichnungen 
gestochen. Auch im Fache der Ornamentilt wurde er beschäftige!- 
Er malte die Frucht- und Blumenguirlanden am Vorhange des 
neuen Theaters in Dresden. Im Jahre 18710 zeichnete cr für die 
grüilich EinsiedcPschen Eisenwcrlie verschiedene Verzierungen. Die. 
l-lofbiihne in Dresden bewahrt auch schöne Decorationen von. ihm. 
Im Jahre 1845 malte er eine vollständiäe Decoration, und 1846. 
nach Sempefs Angabe die architelstonisc en Stücke zu Sophokles? 
Antigene. Dann malte Wagner auch viele Bilder in Aquarell, 
worin er besondere Fertigkeit besitzt. Sie sind die Arbeiten seiner 
Erholungsstunden, und von höchst gemiithlicher AulTassung. Eines 
seiner neuesten Werke, wie alle seine liilder von warmer und 
reizender Färbung, schildert einen Sommerabend im Dorfe. Bin- 
der treiben sieh in Grupnen herunl, und die älteren Ben-ohne! 
ganiessen vor den Häusern der Ruhe. Ein anderes Bild stellt in 
magischer Beleuchtung eine kleine Bergstadt d-ar. Die Anzahl sei- 
ner Werke ist gross, und nur wenige sind von bedeutender Aus- 
dehnung, Von treuer ENnturwahrheit und naiver Auffassung er- 
innern einige kleine Bilder an die niederländischen Meister der 
guten Zeit. 
In der berühmten Portraitsanimltmg des Hofmalers C. Vogel 
von Vogelstein zu Dresden ist sein von Peschcl gezeichnetes Bilduiss. 
L. Schiitzc stach mehrere Blätter nach seinen Zeichnungen 
und Gemälden, darunter die nordwestliche Ansicht von Dresden, 
mit Randbilder, und dann die Aussicht von derBastei, mit Rand- 
bildern der sächsischen Schweiz, beide qu. roy. fol. Hammer stach 
165? ebenfalls die Ansicht von Dresden, als erstes Jahresblatt des 
sächsischen liunslvereins, gr. qu. fol. In der Bilderchrunilt des 
Dresdner Himstvcreins ist seine Ansicht des Marktplatzes in Pe- 
rugia von T. Faber gestochen. 
Eigenhändige Radirungen. 
1) Hcrmannsbad bei Lausigh. O. Wagner fecn qu. fol. 
Es gibt schwarze und culorirle Abdrücke.  
2') Ansicht der Verwüstungen in der Stadt Wahlen durch den 
YVUlIKGUlIIYlIQlX vom 1. Sept, 1822- Seltenes Blatt, fol. 
5) Ein altes Thor. unter welchem drei Figuren, dabei der liüüäl- 
ler stehen, 18112. Sehr selten, Tol.
        

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