Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1830058
Wagner , 
Johann 
Martin 
TOD. 
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vrelchelzu den llrleisterwerlaen ihrer Art gehören, da sie einen ächt 
antiken Geist athmen Nach seinen Entwürfen und Modellen wur- 
den unter der Regierung des Königs Maximilian die Reliefs an der 
neuen Iieitbalm zu München ausgeführt. Sie stellen den liampi" 
der Centauren und Lnpitlten der, und gehören zu den ersten neue- 
ren Werken, welche in Nliincheh ein streng classisches Gepräge 
tragen; Dasjenige Werk aber, welches den Ruhm des Iiiixistlers 
auf die lerne Nachwelt bringt, rief Iiünig Ludwigs grossartigcr 
Sinn ins Leben. Es ist diess der grosse Pries der Walhalla, an 
welchem "Vifagner mehrere Jahre arbeitete. Schon 1327 war er mit 
diesem reichen Bildwerhe beschäftigt, und 1357 kam es vollendet 
in München an, durch Originalität und Geist eine der höchsten 
Leistungen der neueren Zeit. Die Compositionen sind unendlich 
reich und voll der überraschendsten Mannigfaltigkeit. Das YVerk 
besteht in acht Abtheilungen, welche eine Länge von 292 F. ha- 
ben. Die erste Abtheilung schildert den Zug unserer deutschen 
Vorältern vom Iiauhasus, wie sie sich durch Sümpfe undiiber Berge 
den Weg bahnen. Die zweite Abtheilutig zeigt den geistigen Zu- 
stand der Germanen: Sie fertigen YVaden und malen Schilde. Drui- 
den beschäftigen sich mit Astronomie, ein anderer singt vor der 
Versammlung ein Heldenlied, die Priester opfern den Göttern ein 
Pferd, die Seherin verkündet aus dem Blute die Zukunft, und der 
Wadentanz schliesst die Abtheilung. In der dritten Abtheilung 
spiegelt sich das öffentliche Leben des Volkes ab. Die National- 
Versammlung virählt den Herzog, und trägt ihn auf dem Schilde 
fort, hier unter dem Bilde des Königs Ludwig dargestellt. Wei- 
terhin kommen griechische und phiinizisehe Kaufleute an die Küste 
der Ostsee, und brinäen ihre Ilaxidelsproduhte. Die vierte Ab- 
theilung schildert den ebergang über die Alpen unter Teutoboch 
und die Uebervvindung des M. Scaurus durch Bojorix, dann die 
Schlacht und Vernichtung der Römer bei Norcia. In der fünften 
Abtheilung ist die Schlacht am Rhein unter Julius Civilis darge- 
stellt, wo die Deutschen das römische Lager plündern und die 
Gefangenen zu der Velleda bringen. Der Kampf mit den Schiffen 
auf dem Rhein macht den Schluss. Die sechste Abtheilung führt 
uns vor Hadrianopolis, wo die grosse Schlacht unter Fritigarn ge. 
schlagen wird. Der liampf setzt sich in verschiedenen Gruppen 
fort, aber schon haben die Sieger eine grosse Anzahl croberter 
Waffen und römischer Feldzeichen. Die siebente Alnheilung ist 
der Eroberung Italiens durch {Hauch geweiht. Die uberwundene 
Boma übergibt ihm die Ileichsinsxgmen, und von liriegern wird 
das Liisegeld gewogen. Die achte und letzte Abtheilung stellt die 
Bekehrung der Deutschen zur christlichen Religion durch S. Bq- 
nifacius dar. Es wird die heilige Eiche gefällt, und Bonifaz pre. 
digt dem versammelten Volke. Ein anderer Apostel verkündet ei. 
ner heim Schmause versammelten Jsgdgesellsdhaft die Worte des 
Glaubens. Diese Gruppe enthält die Bildnisse der Künstler, wel. 
che bei der Ausführung des Friescs thätig waren. Schopf leert 
eine Flasche, und Pettrich trägt die Bratenschüssel herbei, wäh- 
rend Wagner selbst mit der Rul e eines antiken Philosophen dem 
Gewirre zuschaut. Auch der Pferdexnaler Prcstel hemmt in dieser 
Jagdscene vor.- Wagner soll sich seiner bei der Darstellung der 
wunderschönen Pferde bedient haben, welche auf dem Friese vor- 
kommen. Pettrich hat die ersten, Schilpf die letzten Abtheilungen 
desselben in Marmorausgeführt. 
Nach Vollendung dieses Werkes, welches mit der Giebel-gruppe 
von Ltschwanthaler nicht nur die Hauptzierile der Walhalla, son- 
dern eine der griissten und merkwürdigsten Sculpturarbcitcu der 
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