Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1835031
Witte 
Wil , 
oder 
Peter 
565 
nungen, darunter die Thdten des Herkules, welche B. Boos zur 
Ausführung der verschiedenen Statuen des Herkules in Holz, wel- 
che ehedem die Gallerie des Hofgartens zierten, benutzte. Jetzt 
behaupten nur noch drei im Raume gegen die Caserne zu ihre Stelle. 
Malereien von Canditzfs Hand sieht man aber noch am Plafond des 
Rundtenipels im Hofgarten. Sie stellen die Jahreszeiten in grot- 
tesker Verzierung dar. Auf dem Tempel steht die Statue der Diana, 
nach Canditds Zeichnung von Hans lirumper in Erz gegossen. 
Erzbilder nach dessen Zeichnungen sind auch in der Maximilia- 
nischen Residenz. Die merkwürdigsten Werke dieser Art sind die 
Statuen und Gruppen des grossen Brunnens, der Neptun mit den 
kleineren Erzbildern im Grottenhofe, die Madonna mit dem Binde, 
als Patrona Bavariae an der Faeade der Residenz, die allegorischen 
Figuren zu den Seiten des churfürstlichen Wappens daselbst, und 
die Löwen an dem Eingange dieses Gebäudes. Der Guss der Werke 
rührt von Hans lirumper her. 
In der Metropulitankirche zu München ist das Monument des 
Kaisers Ludwig des Bayers nach seiner Zeichnung ausgeführt, aber 
nur das Aeussere, nicht der alte Stein in der Tumbar"). An den 
vier Ecken knieen vier eherne Ritter mit Standarten als Wächter 
des steinernen Mausoleums, und zu den Seiten stehen die Her- 
zoge Albert V. und VVilhelm V. im Ornate der Ritter des goldenen 
Vliesses. Diese grossen Statuen sind von Hans Hrumper in Erz 
gegossen, und nach der Inschrift des Frieses liess Maximilian l. 
1622 dieses großartige Denkmal zu Ehren des Kaisers Ludwig, 
seines Grossvaters und Vaters setzen. Hoch über dem Monumente 
wölbt sich ein Bogen, welcher nach Canditds Zeichnung angeb- 
lich in Einem Tage von Gyps gegossen wurde. In der inneren Wöl- 
bung des Bogens sind Malereien von unserem Künstler, man möchte 
ihn aber aus der Kirche wünschen, wveil er. als moderner Einbau 
im italienischen Style auf die gothischen Massen der Kirche stö- 
rend wirlit. Den Hochaltar der Metropole ziert ein grosses Ge- 
milde von Canclito, das Hauptwerk des Meisters. Der Churfiirst 
lißää fließen Altar 1620 zum Andenken an seinen glücklichen Sieg 
in Böhmen setzen. wie die Aufschrift an der hinteren Seite dessel- 
ben besagt. Ueber derselben ist der erstandene Heiland von einem 
Schüler des Meisters gemalt. 
P. Candito malte auch für mehrere andere Kirchen Münchens 
Bilder in Oel, wovon jene der ehemaligen Franziskaner, Kapuzi- 
ner, Augusliner und St. Sebastianskirche theils in andere Capel- 
len, theils nach Schleissheim gebracht wurden. Im Dome zu Frei- 
sing ist ein schönes Bild der Heimsuchung Mariä, welches 1643 
zur Kriegszeit gestohlen wurde, aber wieder zurückkam. In der 
k. Gallerie zu Schleissheim sind einige Werke von ihm. Die hei- 
lige Familie mit St. Elisabeth von Thüringen, und die Marter der 
eilftausend Jungfrauen mit St. Ursula und Cordula im Vorgrunde, 
sind Altarbilder aus der Augustinerhirche zu München. Das erste 
ist bezeichnet: P. Gandidvs Academ. Floret. Se. Max. Bav. Dvc. 
Arehid. Et Elect. Pict. Can. A. MDCCXXIIII. Ein drittes Gemälde 
stellt den heil. Cnrulus Borrpmäus dar. und soll ein getreues Por- 
trait des heil. Cardinals seyn. Dieses Bild zierte den Hochaltar der 
Paulaner in der Au. Dann sieht man in Schleissheim auch die 
lebeusgrosse halbe Figur der Jephta mit der Cymbel, Esther vor 
 
Ueber diesen Stein haben wir im ersten Hoffe des oben-baye- 
rischcu Archiven 1852 Aufschlusl gegeben. 
        

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