Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1834059
NViHG . 
J ohanfi 
Geürg, 
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stellung des Atlas und Samxnt u. s; w. Damit könnte oft ein Ge. 
mälda wetteifern; im Ganzen aber findet Barth Wille's Stiche wahr- 
haft uninalerisch. Er heschuldiget ihn auch eines schädlichen Ein- 
flusses auf liupferstecher und liunstliebhaber. Viele wurden von 
der ausserordentliehen Reinheit des Schnittes, und von dem ver- 
führerischen Glanz seiner Tinten leicht angezogen, das Auge gg- 
wöhnte sich merklich daran, und man verwarf zuletzt jeden an- 
deren Stich, in dem eine mehr malerische Behandlung die rauheren 
Striche des Geätzten einigermaßen sichtbar liess, wie schön sie 
auch sonst seyn mochten. Yiele liupferstecher traten in Wille's 
Fussstapfen, sorgtexrhauptsächlich für Reinheit des Stiches, und 
wurden nach ßarth immer langweiliger. Zunächst meint er wohl 
Schiller des Meisters, unter welchen wir ausser J. G. Dllüller, 
Bervic und J. Schmutzer, den berühmtesten Von allen, S. In Glau- 
ber, Vangclisti. Zingg. C6 Wcisbrud, die Brüder Guttenberg, Dun- 
cker, E. Verhelst, Schnitze, Ch. de Mechcl, J. ChevillepI-l- N. 
Schinidtz, Preisler, J. H. llode, Halm, Deunel und A. 'l'ardieu 
auszeichnen. Diese selbst erzeugten eine Masse von Nachahmern. 
zu Wille's Meisterwerken gehört die väterliche Ermahnung 
(Instruction paternelle) nach Terburg, in welcher der Atlas so 
schön nachgeahmt ist, wie in keinem anderen Blatte. Unglückli- 
cher VVeise erhielten aber auch die Haare, das Fleisch und alle 
anderen Gegenstände einen Anstrich von Atlas. Zu den Haupt- 
werken zählt Longhi besonders auch den Tod der Cleopatra 
nach Netschar, wo in den Nebensachcn ziemlich viel Itadirtes 
und Geätztes durehscheint. Der genannte liunstlcr wurde dieses 
Blatt als das besste bezeichnen, wenn die Umrisse wvenigcr hart, 
und die Fleischpartien mehr vertrieben wären. Einen besonderen 
Vorzug gibt Longhi auch den Bildnisscn des Marchcse ltiarigny 
und St. Flurentixfs, und weitere Musterblätter sind die Lesantle, 
die Garnwinderin, und die wandernden lYlusilsaixten. An diese 
Stiche reihen sich: die holländische Haushälterin, die Elitsplc- 
rin. der kleine Physiker, das Fainilien-Concert. und gewiss noch 
mehrere andere Blätter. Misslungen ist der Quartiorxneister (NIn- 
röchal de Logis) nach P. A. Wille, wo die vnterliche Liebe und 
das zunehmende Alter Entschuldigung verdient. Auch der Tod 
des Marcus Antonius wäre besser nicht gcituclteß, Welchen Barth 
als unerträglich für Liebhaber von gutem Geschmacks hält. Der 
tadclswerthen Stiche von Wille sind aber nur wenige, und selbst 
die beiden genannten haben viele Schönheiten. 
Ein genaues Verzeichniss der Blätter dieses Meisters gab Ch. 
le Blanc, Le Gruveur en taille dnuce I. Leipzic, ll. Wcigel 18.17. 
Wir vermeiden daher" eine weitläufige Beschreibung, und gehen 
neben Anderm nur Zusätze bezüglich der Abdrucl-tsgattungexi, nach 
dem erwähnten Cntalog la Motte Fouquet, in welchem das _Werk 
Wille's die grüssten Seltcnheiten bietet. Die Nummern bei Ch. le 
Blsnc sind in (  Nach angenommener Weise setzen wir aber die 
Bildnissegiu alphabetischer Ordnung voran. da wir kein Inhaltsi 
Verzeichnis: bciliigcn können, wie in der Monographie von iVIr. 
le Blanc- Durch (lie alphabetische Ordnung der Namen wird aber 
das Nnchschlageir erleichtert. 
Eine Anzahl von Blättern dieses Meisters aus der früheren 
Zeit ist in zwei Werken zu suchen, welche bei Odienvre in Paris 
erschienen, das erste in 6 Blinden, unter dem Titel: L'Europe 
illustre, contenant l'histoire abrögöe des Souverains, des Princes  
et des Dames celebres en Europa  par M. Drcux du ltadier- 
Ouvrage enrichivde Portraits, gruvös pur les suiils du  Oillßfwte- 
Paris 1755, 4. Der ßcisatz: Eurupe illustre, bezieht StCh au! dic- 
 30 k g
        

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