Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1834030
u-yu 
Willala, Iiupferstecher, ist durch folgendesseltene Blatt bekannt: 
Insütutiun des Carulinums zu Prag durc_h Carl IV. Schön 
compunirt. Willnla sc. Pragaa 1002, gr- qu. fol.  
Willborts, s. Willeborts. 
Landschaften 
IVVHICOCR,  13., Maler zu London ist durch 
architektonische Ansichten bekannt (1851). 
und 
Wille , JOlIQIIII GBOPg, Kupferstecher, wurde 1715 auf einerMiihle 
am Fasse des Diemsberges bei Giessen geboren, und die einsame 
Lage dieser Miihle mag die Veranlassung gegeben haben, dass 
man Willifs Geburtsort bald nach Königsberg, bald nach Gms. 
senlinden verlegte, weil diese Ortschaften unweit der Mühle lie. 
gen. Zu Gicsaen lernte er das Buchsaninacher Handwerk, und 
wanderte dann als, Geselle nach Slra-ssburg, wo er die Bekannt- 
lchaft eines jungen deutlchen liuilstlers, des" nachmals so beriihin- 
ten Kupferstechers G. F. Schmidt maichte, mit welchem er nach 
Paris reiste. Noch immer seiner Proliessiuu zugethan, grub Wille 
Verzierungen auf Flinten und metallene Uhrgehiiuse. Endlich ltnm 
er unter Leitung des liupferstechers J. Daulle, welcher einige Ar- 
beiten des Schülers für seine eigenen ausgab. Die ersten versuche 
in der liuyferstecherlauust waren ltleine Bildnisse, welche Odieuvre 
mit f) -s 10 Fr. bezahlte, und die zu den interessantesten Blättern, 
seiner "Europa illustren gehören. Später wurde Wille dem Maler 
Hyacinthe lligaud vorgestellt, welcher das Talent des deutschen 
Künstlers erkannte, und es aus der Dunkelheit hervurzog. Wille's 
erstes Blatt, welches ihin einen Namen machte, ist das llildniss des 
lYIarschalls FOLHIHBI de Bellisle, und biil-l wurde sein Iiul" europäisch, 
da ihiu die berühmtesten französischen Maler ihre Werke zum Stiche 
anvertrauten. Doch machte er auch Bilder früherer Meister in wei. 
tein Kreise bekannt, und viele Blätter nach denselben gehören zil 
den Perlen der liupferstecltcrltuxist. Der Hiinstler wurde aber auch 
hoch geehrt. Zum Nlitgliede der Altademien in Paris, Wien, Ber- 
lin. Dresden etc. ernannt. wurde er auch [Iutltupferstechcr des Hö- 
nigß von Frankreich, des deutschen liaisers und des; Iiünigs vuu 
Dänemark, aber ohne je Paris zu verlassen. Die meisten grinsen 
1iupferstecbei' des 18. undjlg. Jahrhunderts. worunter Ji G_ von 
Müller, Berqic und Schinutzer besonders glänzten, waren seine 
Schiller. Diese Meister pilanzten Willüs liunst in Deutschland 
und in Frankreich fort, su dass seine Schule lange blühte. 
VVille blieb während der Revolution in Paris, und kam dabei 
um sein ganzes Vermögen. Er hatte aber ausserdeitt noch das Un- 
glück fast blind zu werden, so dass er zuletzt vom Iiunstliandcl le- 
ben musste, welcher aber in der Revulutiunazeit ganz darnieder lag." 
Um die dringendstenBedürfnisse zu bestreiten, suchte er unter dem 
Vurrath seiner Platten diejenigen aus, die als Versuche in verschie. 
denen Manieren einiges Interesse hatten. Er fand 50 Platten vor, 
die er auf I9 Fuliobugen abdrucken liess, und unter einem von 
ihm selbst gezeichneten Titel heransgab. Dieser Stellt den armen 
Wille als blinden Bettler dar. von einem llundc an der Leine 953.. 
 führt". Er begegnet einem ehemaligen reichen kreunde und Üe- 
schiitzcr, der aber selbst zum blinden Bettler geworden war, sich 
von einem Hunde leiten liisst, und dem Freunde die leere Nliitze 
zei t. Dieses Werk hat den Titel: Varietes de gravnres." faites cn 
dilärents öpoques et terininees an l' VIII. et IX. de la Ilepubliquc. 
An 1391. Im Jahre 13133 starb der Künstler, und der" Iiupfersteuher 
Tardieu schickte eine Einladung zum Begräbniss herum. welche 
Naglerk- Künstler-Lax. XXI. Bd. 30
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.