Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1833855
Wilhelm 
1'013 
Florenz. 
44 7 
Pisa 133i. Das obere Geschoss ist etwas znriicktreibend angelegt, 
und daher ist der Schwerpunkt nie gefährdet. Ob auf den Um- 
stand, dass auf dem Wandgemälde des Antonio Veneziano im 
Campo santo, welches den 'I'od des heil. Ranieri vorstellt, der 
Thurm in perpendicularer Stellung erscheint, so viel zu legen ist, 
wie Norder glaubt, lassen wir dahingestellt seyu. Nach seiner 
Ansicht wäre der Thurm erst'im 15. Jahrhundert am stärksten ge- 
sunlien. Dieses Ereigniss hätten gewiss die Chronisten und spä- 
teren Schriftsteller als Merliwiirililieit berichtet. Irrig werden Dan- 
te's Verse, Inferno, Canto XXXL, citirt. Sie beziehen sich nicht 
auf den Campanile in Pisa: 
 Qualpare a riguardar la Carisenda  
Sotto 'l chinato, quand' un nuvol vada 
Sov'r essa si, ched ella incontro penda. l 
Unter der Oarisenda versteht Dante den berühmten schiefen 
Thiirin in Bologna, welchen die alten Familien Carisendi und 
Asinelli gebaut haben. 
Schliesslich bemerken wir udch, dass auch ein Johann von 
Innsbruck alsBauiiieister des schiefenThuriiies genannt wird. Lord 
Baltiinore fand nämlich in einer der Vorstäclie von Pisa eine ln- 
schritt wie folgt: Johannes Oenipontaiius obiiquus vindex ohliqui 
Pisis 1174- 
Dieser Inschrift wurde Anfangs viel Gewicht beigelegt, und 
man wollte glauben machen, Vasari hätte seinen Wilhelm den 
Deutschen statt des Johannes von Innsbruck eingeschoben. Der 
edle Tyruler Johannes sollte huclilicht... oder schief gewachsen 
gewesen scyn, so dass er nach seinem Kai-per auch dem Thurine 
die schiefe Richtung gegeben hätte. Diess ist sicher ein Absur- 
dum, so wie auch die ganze Inschrift verdächtig ist. Man achtet 
auch nicht mehr darauf. ' Eine andere Frage ist aber, 0b [Vleister 
Wilhelm wirklich aus Innsbruck stammt. Vasari und andere nen- 
nen ihn iiur Guglieliiio teilesco.  
Die Existenz dieses lYleistei-s steht aber durch Tradition fest, 
und er darf nicht mit dem Bildhauer und Baumeister VVilhelm (VVi- 
ligelrnus) verwechselt werden, j-velcher _mit Nicolo da Ficarolo ag- 
beitete, wie aus dem Artikel dieses Meisters zu ersehen ist. Auch 
ein Dominikaner Bruder Guglielmus voirPisa ist von ihm zu uii- 
tei-seheideri. Dieser fertigte mit Nieolo Pisano die Arca des heil. 
Doininikus in Bologna, in welche 1235 die Gebeine des Heiligen 
gelegt wurden. Im Jahre 1295 iuhrte er fur den Dom in Otvigtu 
Basreliefs aus  und 1504 arbeitete er in Pisa iur die Camaldoleii- 
ser Iiii-clie. Dieser merkwürdige liiinstler, welchen Vasari nicht 
kennt, stammt aus der Familie der Agnelli, und daher geben wir 
unter diesem Namen in den Supplementen Nachricht. Er wurde 
durch V. lYIai-chesi (Memorie dei piii insigni pittori, scultori e 
ai-chiteiii Domenieani. Fierenzedßliötder hunstgeschichie anheim 
gegeben. Fra Guglielmo starb im Kloster ßuonconvenüto beilllo. 
logna 1515, nachdem er 56 Jahre das Gewand des heil. Domini- 
cus getragen hatte. 
Vvilllclm von FlOrBUZ, (KVillielmus Florentiuus); ein hqönc], 
der Westminster Abtey zu London. war l-Iofrualcr Heinrich 111. 
von Eliglnud (1116  1272). VValpule publicil-Le mehrere, Erlasse 
des Königs an den Künstler, welcher dadurch den Auftrag erhielt. 
das alle Schluss Windsor mit lYIalereien zu verzieren. In einem 
Schreiben de A0. 1255- m. 5. ertheiltc ihm der Liöni den Auftrag. 
das (Jlauslrunx des Schlosses mit einem künstlichen Elan-ich zu ver-
        

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