Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1833191
SWchmann, 
Ludwig 
WViIhelm. 
381 
nissen seine Laufbahn in clerWerltstatt des Vaters zu Potsdam, und 
begab sich dann nach Paris und Italien, wo er 181g mit dem Bru- 
der zusanimentraf, wie wir im Artikel desselben bemerkt haben. 
Im Jahre 1821 gründeten beide Künstler in Berlin eine Werkstatt, 
und arbeiteten fortan zum [iuhme dexÄiunst. Doch hatte sich Lud- 
wig schon früher einen rühnilichen Namen erworben. Im Jahre 
18ml- wurde die Büste eines schönen, sclmllthaflen Mädchens in 
Gyys allgemein bewundert, und verschiedene andere Bildvverlte 
schliessen sich an dieses an, besonders Büsten in Gyps und Mar- 
mor, deren Anzahl schon vorder Abreise des Künstlers nach Italien 
ziemlich bedeutend war. Seine Portraite alhmen Charakter und 
Leben, und sind Meisterstüclte ihrer Art. Unter den früheren (1814,) 
nennen wir die Büsten der Griilin von Voss, und der Staatsräthin 
VVestphal, dann jene Sehleiermachers. Das Portrait der Schauspie- 
lerin Louise Holtei wurde 1825 bewundert. Im Jahre 1820 fertigtw 
er für den liünig Ludwig von Bayern die Büste des Theodor Iiörner,  
und dann die colussalel Marinorbüste des Churfürsten Friedrich 
Wilhelm von Brandenburg, welche der liönig 1828 für die Wal- 
halla bestimmte, wo sie jetzt zu sehen ist. Der Künstler nahm da- 
bei den Iiopf der eolossalexi Pteiterstatue und die Todtenmaslte zum 
Vorbilde. Im Jahre 1350 fertigte er die Büste des Philosophen 
Hegel in voller individueller VVahrheit, wie diess mit allen l'or- 
traiten des Künstlers der Fall ist. Die zahlreichen Freunde und. 
Schüler HegePs beeiferten sich, Gypsabgüsse von dieser Büste zu 
erhalten. Fast eben so verbreitet ist auch Wichmanifs Büste der 
Sängerin I-lenriette Sonntag. Er wiederholte sie inehrrnalen in'Mar- 
nxor, und auch die Abgüsse wurden theuer bezahlt! Vortrefflieh 
sind auch die Marmorbüsten des verstorbenen Königs und der 
Fürstin von Liegnitz, dann jene des Prinzen Cnrl von Preussen, 
welche er 1850 ansführte. Im Hofgarten zu Stettin ist seit 1854 die 
colossale Büste des Churfürsten von Brandenburg in Bronzeguss 
von Hopfgarten, dieselbe, welche in der Walhalla in Marmor vor- 
kommt, und 1857 modellirte er sie neuerdings zum Bronzeguss für 
das k. Museum. Ebenso meisterhaft sind die Büsten des Ministers 
von Ancillon, 1857 für den Kronprinzen von Preussen in Marmor 
ausgeführt, und des liriegsministers von Witzleben, welche der 
Iiönig von Preussen in Marmor bestellte. Im Jahre 1841 fertigte 
er in iYliinchexi die colossale Büste des Malers W. von liaulbach, 
welche Graf liaczynslti bestellte. Die Büste der tragischen Schan- 
spielerin Kachel inodellirte Wiehniann 18313 in Paris nach dem Le- 
ben, und führte sie dann in hllnrmor aus. Die Büste des. berühm- 
ten Malers de lieyser vollendete er 18517 in Marmor. Die Zahl 
der Portraite dieses Künstlers in Pdarrnor und Gyps ist sehr gross, 
da in Berlin keine Ausstellung vorbeiging, ohne dass nicht ge- 
nannte oder ungenannte Büsten von Wichrnann zu sehen waren. 
Doch hat man auch viele andere Werke von seiner Hand, wel- 
ehe eben s0' viele Beweise seiner Hunst in Darstellung der mensch. 
liehen Figur liefern. Im Jahre 1850 fertigte er im Auftrage de; 
Königs eine Gruppe in Marmor, welche Amor und Psyche in den 
schönsten jugendlichen Formen vorstellt. Im grossen OPer-nhause zu 
Berlin sind zwischen den Bogen des Proseeniunis einige Statuen 
von allegorischen Wesen, welche sich da aber weniger geltend 
machen können, als es die kunstvolle Behandlung verdient. Dies; 
ist auch mit vier weiblichen Figuren der Fall, welche auf den Akro- 
terien des k. Museums stehen. Ixn Jahre 1833 fand der Künstler 
auch Gelegenheit, aufxdein Gebiete religiöser Darstellung seine liunst 
zu entwickeln. Er niodellirte die colossalen Figuren des Erzen- 
grls Michael und der beiden anderen Engel, welche in gebrann-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.