Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Vouillemont - Witsen [vielm. Witig]
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1829259
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1833159
XVibhgr, 
Carl 
ll v 
Claud. 
Wicar , 
Jean 
Bapt. 
Cav. 
377 
YVilrlTI-Br, Carl und Claudius, Maler vom Imst, warexn Söhne 
eine: gemeinen Anstreichers, der seinen Erwerb drlrclx die Kehle 
laufen liess, und Weib und Kind misshandelte. Seme Söhne hat- 
ten 'l'alent, verkümmerten aber in der Jugend. Von Carl findexi 
sich etliche schön colurirte Bilder. Starb 1754.   
Der von Mousel und Füssly erwähnte 30h. Georg Wlbbcr hexsst 
Vvittwvef. 
Wibert , 
Rcmy r 
Vuibert. 
VVICZIT, Jean Baptiste GEW , auch Vicar und Vieart, Historien- 
maler von Lille, war Schüler von David, und begab sich dann 
als Pensionär der lt. französische". Altadßmie nach Rum . wo er 
durch das Studium der Werke italienischer Meister auf eine Bahn 
geleitet wurde, welche von jener seines Meisters abliihrte. Den- 
noch vcrläugnct sich in den VVerken dieses Künstlers die tirsprüng- 
liche Schule nicht. Er nahm nur die grossen italienischen Colori- 
sten zum Vorbilde, und kommt in Zeichnung und Auffassung den 
französischen Meistern seiner Zeit gleich, nur dass er im Ange- 
sichte der grossen italienischen Maler weniger der Bühne liuldigte, 
als jene. Zuerst finden wir seiner in Gbthe's Winckelmann (Tü- 
bingen 1805 S. 515) erwähnt, aber nur unter den Künstlern, wel- 
che Zeichnungen für Iiuptcrstecher fertigten. Göthe und seine 
Iiiuustfreunde stellen aber den Tofanelli über ihn, und erklären 
den Wicar (Vicar) nur als den geschicktesten Künstler seiner Nai- 
tiun. Allein Tofanelli verdient das Lob nicht, welches ihm gespen- 
det wurde, da seine Zeichnungen den Geist der Vorbilder nicht cr- 
reichen, und Wicar befliess sich keiner grössereti Treue. Die An- 
gabe im Winckelmann bezieht sich zunächst auf die Zeichnungen 
nach den Gemälden, Statuen etc. in der Gallerie zu Florenz, wel- 
che Wicar zu dem unten erwähnten Galleriewerlse fertigte, und 
vrovoil 17119 der erste Theil erschien. VVir wollen aber den Iiiinste 
ler zuerst als Maler kennen lernen. Anfangs malte er mehrere 
Bildnisse, und darunter jenes des Papstes Pius VIL, welches durch 
den grossen Stich von L. Bades, und jenen von Contardi bekannt 
ist. Der Papst erscheint in lebensgrosser Gestalt, und trügt das 
 Gepräge vollkommener Aehnlichkeit. Man findet dieses Bild in der 
herzoglich Leuchtenbergkchen Gallerie zu München, und Muxel 
hat es für das Gnlleriewerk radirt. Sehr reich an Bildnissen ist 
ein grosses Gemälde, welches er. im Piuftrage der französischen lie- 
gierung malte, dann aber in die Gallerie des Cardinal Fesch kam. 
 Es stellt Pius V11. dar, wie er den 15. August 1805 das Concordat 
mit Frankreich unterzeichnet. Der heilige Vater sitzt am Tische 
im weissseidenen Gewande in einem mit rotheru Sammt ausgeschla- 
genen Sessel im Saale des Quirinal, und reicht dem neben ihm 
stehenden Cardinal Consalvi die prächtig gebundene Bulle. Himm- 
ihm sitzt der Geheimschreiber PriilatdNl. de -Pietra, und neben 
dem Tische haben die Priilaten Spina und Cnselli ihre Sitze gefun- 
den. Neben der uilenen 'l'hiire steht ein Ciimmerling, ein Schwei- 
2er und ein Capuziner, und die Aussicht geht auf einen Theil von 
ltom mit der Basilica des heil. Petrus. Die Jahrzahl 1805 bezeich- 
net die Zeit der Vollendung dieses FarhenprunkÄNerkcs. Es ist 
12  2 Z. 5 L. breit, und 7 F. 7 Z. g L. hoch. 
"Später wurde die Thlitigkeit des Künstlers unterbrochen , in- 
dem er als französischer Cuunnissär die italienischen Gallerien für 
das Ccntral-Museum in Paris ausbeuten musste, und V. Denen 
ltuilnte tnit ihm wohl zufrieden scyn. Bei dieser Gelegenheit er-
        

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